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Mitteldeutschland Sachsens Händler hoffen auf Umsatzplus
Region Mitteldeutschland Sachsens Händler hoffen auf Umsatzplus
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22:01 27.11.2018
Der Dresden Striezelmarkt ist bis zum 24. Dezember 2018 geöffnet. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
Leipzig

Gestern Leipzig, heute Dresden, übermorgen Chemnitz – mit der Eröffnung der Weihnachtsmärkte in Sachsens Großstädten geht das Geschäft vorm Fest in die heiße Phase. „Da wird die Frequenz in der Innenstadt noch einmal zunehmen“, ist sich Gunter Engelmann-Merkel vom Handelsverband Westsachsen sicher. Das werde auch dafür sorgen, dass mehr Kunden in die Geschäfte in der Leipziger City strömen – vor allem an den beiden verkaufsoffenen Sonntagen am ersten und dritten Advent. „Für die Händler in der Leipziger Innenstadt ist das total wichtig.“

Lange Gesichter gibt es dagegen in Dresden. Während es in Leipzig und auch in Chemnitz erneut zwei verkaufsoffene Adventssonntage gibt, müssen sich die Dresdner erneut mit einem Termin am zweiten Advent begnügen. „Im Städtewettbewerb ist das ein echter Nachteil“, schimpft David Tobias vom Handelsverband Ostsachsen. „Wir hätten auch in Dresden gern zwei davon gehabt“, fügt René Glaser, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen, hinzu. Sein Verband fordert das seit Jahren – konnte sich damit aber im Stadtrat der Landeshauptstadt bisher nicht durchsetzen. „Für den Einzelhandel sind die verkaufsoffenen Sonntage im Advent immens wichtig“, so Glaser. „Und es versteht auch kein Kunde, dass die Stände am Weihnachtsmarkt offen sind, die Geschäfte dahinter aber geschlossen bleiben.“

Insgesamt lässt sich Glaser davon die Stimmung aber nicht verderben. „Wir gehen ganz optimistisch ins Weihnachtsgeschäft. Wir gehen davon aus, dass wir erneut ein leichtes Plus erzielen.“ Und dabei helfe auch das aufkommende Winterwetter. Jetzt fehle nur noch etwas Schnee. „Ich verfolge jeden Tag den Wetterbericht und warte auf winterliches Wetter“, sagt Glaser. Denn erst dann stelle sich die echte Weihnachtsstimmung ein. „Das hilf uns immer ungemein.“ Und auch Winterkleidung verkaufe sich bei entsprechenden Temperaturen einfach besser. „Die Städte haben sich rausgeputzt. Jetzt brauchen wir auch die Kälte dazu. Damit es am Glühweinstand auch richtig Spaß macht.“

Bundesweit rechnet der Handelsverband HDE damit, dass der Umsatz im Weihnachtsgeschäft um zwei Prozent zulegt – und erstmals die Marke von 100 Millionen Euro durchbricht. Mit dem gleichen Wachstum rechnet Glaser auch in Sachsen. 4,3 Milliarden Euro dürften die Händler im Freistaat in den Monaten November und Dezember umsetzen, so seine Prognose.

In den drei vergangenen Jahren war das Plus mit 3,8 bis 6,6 Prozent Zuwachs aber jeweils deutlich stärker ausgefallen. Doch dank niedriger Arbeitslosigkeit und gestiegener Löhne seien die Bürger weiter in Kauflaune, sagt Glaser. „Die Rahmenbedingungen sind gut, die Stimmung der Verbraucher entwickelt sich weiter positiv.“

Allerdings profitieren davon nicht alle Händler gleichermaßen: Vor allem die großen Läden und Ketten rechnen mit Zuwächsen. Bei den kleinen und mittleren Geschäften dürften die Umsätze kaum höher ausfallen als 2017. Das dickste Plus erwartet der HDE erneut im Online-Handel: knapp zehn Prozent. Das gehe aber zum Glück nicht auf Kosten des stationären Einzelhandels, freut sich Glaser. Denn auch der dürfte mit 1,5 Prozent im Plus liegen.

Von Frank Johannsen

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