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News Sachsens Lehrer streiken am Mittwoch – massiver Unterrichtsausfall erwartet

Sachsens Lehrer streiken am Mittwoch – massiver Unterrichtsausfall erwartet

Sachsens Lehrer wollen am Mittwoch ganztätig die Arbeit niederlegen. Das gab die Bildungsgewerkschaft GEW am Donnerstagnachmittag bekannt. Da in Sachsen Lehrer nicht verbeamtet sind, dürfte der Unterricht an diesem Tag massiv beeinträchtigt sein.

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(Archivbild)

Quelle: dpa

Dresden. Ab 11 Uhr wollen sich die Pädagogen zu einer Kundgebung auf dem Dresdner Carolaplatz vor den Ministerien für Kultus und Finanzen treffen. Zudem planen die Gewerkschaften Protestzüge und zentrale Kundgebungen in Chemnitz und Leipzig.

Trotz des Warnstreiks von Lehrkräften soll aber kein Schüler vor verschlossenen Türen stehen. „Je nach Streikbeteiligung der Lehrer werden Betreuungspläne erstellt beziehungsweise findet eine Beschulung statt“, teilte die Sächsische Bildungsagentur mit. Die Schülerbeförderung sei nicht betroffen. Die Gewerkschaften wollen noch mit einem Elternbrief informieren.

In den vergangenen Tagen waren bereits Tausende Lehrkräfte in anderen Bundesländern in den Warnstreik getreten. Die Lehrer fordern in den aktuellen Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes 5,5 Prozent, mindestens jedoch 175 Euro mehr Gehalt und einen Tarifvertrag für angestellte Lehrkräfte.

„Für den Freistaat nicht zu finanzieren“

Außerdem geht es um eine Anhebung der Ausbildungsentgelte um 100 Euro. „Die Empörung in den Schulen ist groß. Die Leistungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst müssen in einer Einkommensrunde honoriert werden“, sagte der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes, Jens Weichelt: „Stattdessen beabsichtigen die Arbeitgeber Einschnitte bei der Altersvorsorge.“

„Ich bedauere sehr, dass die Gespräche nicht weiter fortgeschritten sind und appelliere an die Kompromissbereitschaft der Gewerkschaften“, sagte Sachsens Finanzminister Georg Unland (CDU), der zu den Verhandlungsführern auf Seiten der Arbeitgeber gehört. „Eine Steigerung von 5,5 Prozent beziehungsweise mindestens 175 Euro monatlich würde den Freistaat Sachsen für seine Arbeitnehmer jährlich etwa 206 Millionen Euro kosten. Bei einer Übertragung eins zu eins auf die Beamten, Richter und andere kämen jährlich zusätzlich 113 Millionen Euro dazu. Aus zusätzlichen Forderungen folgten weitere Kosten: „Alles in allem haben die Gewerkschaften Mehrkosten von über 390 Millionen Euro pro Jahr angemeldet - das ist für den Freistaat nicht zu finanzieren.“

Sorge um junge Lehrer

Unland erinnerte daran, dass es in den vergangenen zwei Jahren für sächsische Lehrer bereits erhebliche Verbesserungen gab: „Wir sind bereit, die Leistungen der sächsischen Lehrerinnen und Lehrer angemessen zu honorieren. Richtig ist aber auch, dass die Gehälter unserer Pädagogen im europäischen Vergleich über dem Durchschnitt liegen.“ Insgesamt biete der Lehrerberuf für junge Menschen attraktive Rahmenbedingungen.

Aus Sicht der Gewerkschaften fällt die Analyse anders aus. Da Lehrer in Sachsen nicht verbeamtet werden, fürchtet man hier um dringend benötigten Nachwuchs. Bei Arbeitskämpfen ist die fehlende Verbeamtung allerdings ein Vorteil, denn angestellte Lehrer dürfen streiken. Sollten die Verhandlungen in Potsdam scheitern, würde die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Verhandlungen für Lehrer auf Landesebene führen: „Dann wird es vielleicht in Sachsen den ersten Tarifvertrag zur Eingruppierung geben, weil wir besonders stark sind“, sagte GEW-Chefin Sabine Gerold: „Wenn die Arbeitgeber das wollen, dann können wir sie die nächsten Jahre pausenlos beschäftigen.“

Die dritte und letzte Verhandlungsrunde für die rund 800.000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder findet am 16. und 17. März in Potsdam statt.

lvz/sl

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