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Mitteldeutschland Sachsens Linke-Chef Gebhardt: Doppelspitze wäre das beste Führungsduo
Region Mitteldeutschland Sachsens Linke-Chef Gebhardt: Doppelspitze wäre das beste Führungsduo
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11:54 24.01.2010
Rico Gebhardt Quelle: Andreas Döring
Leipzig

"Ein Führungsduo aus Mann und Frau, aber auch aus Ost und West wäre das beste Signal für den innerparteilichen Zusammenhalt", sagte Gebhardt der "Leipziger Volkszeitung".

Gebhardt rechnet auch nicht mit einer langen Nachfolgedebatte. "Natürlich sind zunächst die stellvertretenden Parteichefs Klaus Ernst oder Katja Kipping in der Diskussion. Aber Spekulationen über verschiedene Namen bringen niemandem etwas. Wir brauchen eine rasche Personalentscheidung, um geschlossen in die nächste Bundestagswahl zu starten." Eine Übergangslösung mit Gregor Gysi als alleinigem Parteichef sieht der sächsische Linken-Chef skeptisch. "Man würde damit Gregor Gysi, der ja bekanntlich auch gesundheitliche Probleme hatte, sicherlich keinen Gefallen tun. Er hat mit der Organisation der Bundestagsfraktion auch bisher schon genug zu tun", so Gebhardt. Den Abschied von Oskar Lafontaine an der Parteispitze nannte Gebhardt "eine bedauerliche Entscheidung, die aber auch neue Chancen eröffnet." So gebe es durchaus auch in den West-Ländern talentiertes Personal, das Verantwortung übernehmen und sich bundesweit profilieren könne. "Man darf nur nicht den Fehler machen, diesen talentierten Nachwuchs an der Person Oskar Lafontaine zu messen. Das wäre unfair, denn Lafontaine ist ein politisches Naturtalent, ein Ausnahmekönner."Gebhardt sieht auf der Bundesebene durchaus die Chancen für eine künftige ro-rot-grüne Zusammenarbeit steigen. Dies hänge allerdings weniger an der Person Lafontaines. "Die war von der SPD oft nur ein vorgeschobener Grund, eine Zusammenarbeit bisher abzulehnen", so Gebhardt. Die angebliche Reizfigur Lafontaine sei überschätzt worden. "Jetzt kommt es vielmehr darauf an, wie sich Linke und SPD positionieren. Und da sehe ich Bewegung auf beiden Seiten." Vorallem in der SPD sei eine verstärkte Öffnung spürbar, seit sie in der Opposition sitze. "Damit die SPD auf Dauer überlebt, muss sie verschiedene Bündnisoptionen haben. Eine davon wird sicher auch mit der Linken sein", so Gebhardt.     

Dieter Wonka

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