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Mitteldeutschland Sachsens Sportlehrer starten Petition gegen Unterrichtskürzung
Region Mitteldeutschland Sachsens Sportlehrer starten Petition gegen Unterrichtskürzung
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11:07 07.03.2018
Sportunterricht nicht kürzen – dafür setzt sich der Sächsische Sportlehrerverband ein. Foto: Offener Sportunterricht zur Eröffnung des Leipziger Gymnasiums Telemannstraße im November 2017.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Weniger Sportunterricht im Freistaat – gegen die Pläne des Kultusministeriums macht jetzt der Sportlehrerverband Sachsen mobil. Eine Online-Petition wirbt „für eine bewegte Schulzukunft unsere Kinder und Jugendlichen“. Schon wenige Stunden nach Erscheinen hatten am Dienstag rund 2000 Menschen unterschrieben.

Kritiker gehen davon aus, dass die geplanten Unterrichtskürzungen den akuten Lehrermangel im Freistaat ausgleichen sollen. In der Petition spricht der Sportlehrerverband von einem taktischen Foulspiel des Ministeriums. „Die angedachte Stundenreduzierung in den persönlichkeitsbildenden Fächern Sport, Kunst und Musik soll nun für eine jahrelang verfehlte Personalpolitik herhalten“, heißt es in der Petition.

Der Sportlehrerverband warnt vor den negativen Folgen, wenn Kinder sich in der Schule nicht ausreichend bewegen könnten. Vom Stressabbau bis zur Vermittlung einer gesunden Lebensweise reichten die Vorteile.

Sport erreicht alle Kinder

Auch die integrative Seite des Sports heben die Lehrer besonders hervor: Sportunterricht erreiche alle Kinder, „unabhängig von ihrer sportlichen Neigung und sozialen Herkunft“, heißt es. In den Sportstunden könnten Kinder und Jugendlichen außerdem üben, mit ihrer Unterschiedlichkeit sowie Stärken und Schwächen umzugehen.

Nicht nur für die Kleinen bedeutet Bewegung auch Stressabbau. Sport-Unterricht der 3.Klasse der 5. Schule in der Arena in Leipzig (Archiv). Quelle: André Kempner

Die Auslagerung des Sportangebots in die Ganztagesangebote bietet aus Sicht der Sportlehrer keinen Ausgleich: In anderen Bundesländern sei bereits deutlich geworden, dass Vereine und Übungsleiter weder strukturell noch personell die Aufgaben des regulären Unterrichts abdecken könnten.

Die Petition wendet sich auch gegen die Reduzierung der Fächer Kunst und Musik. Das widerspreche dem pädagogischen Anspruch an das Lernen „mit Kopf, Herz und Hand“.

Die Petition will bis zum 2. April 12.000 Unterstützer gewinnen.

Voller Stundenplan und Lehrermangel

Am Freitag wurden die Pläne von Kultusminister Christian Piwarz und Finanzminister Matthias Haß (beide CDU) bekannt. Danach soll der Sportunterricht einheitlich für alle Klassen und Schularten auf zwei Wochenstunden begrenzt werden.

Auch bei den Fächern Kunst, Musik und bei der zweiten Fremdsprache sollen Stunden eingespart werden. Gegen die Kürzung der Fremdsprachen protestierte bereits der Philologenverband.

Laut Kultusministerium sei geplant, stärker die politische und Medienbildung in den Fokus zu rücken. Gleichzeitig soll der volle Stundenplan von Sachsens Kindern entschlackt werden. Derzeit fehlen weiter Lehrer in Sachsen. Das Ministerium sagte am Freitag allerdings auch, eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Sachsen leidet weiter unter Lehrermangel, arbeitet zum Teil mit Seiteneinsteigern, damit nicht zu viele Stunden ausfallen. Auch attraktivere Konditionen wie eine Verbeamtung sorgte bereits für Diskussionen.

Aktuelle Situation: Von 660 freien Stellen konnten im zweiten Schulhalbjahr laut Kultusminister Piwarz nur 622 besetzt werden.

Auch der Landessportbund Sachsen (LSB) als Interessenvertreter des organisierten Sports im Freistaat kann eine mögliche Beschränkung des Schulsports auf zwei Wochenstunden nicht nachvollziehen. Das erklärte Ziel der geplanten Kürzungen ist es, die Unterrichtsbelastung der Schüler zu senken. Der Wegfall von Sportunterricht ist aus Sicht des LSB dabei nicht zielführend.

Von Evelyn ter Vehn

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