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Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig: „Große Ansiedlungspolitik zu Ende“

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig: „Große Ansiedlungspolitik zu Ende“

Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig setzt bei der wirtschaftlichen Entwicklung im Freistaat vor allem auf das Wachstum der kleineren und mittleren Firmen. Zwar werbe man auch weiter darum, dass große Unternehmen nach Sachsen kommen, sagt der SPD-Landesvorsitzende und stellvertretende Ministerpräsident im Interview.

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Martin Dulig (Archivfoto)

Quelle: dpa

Dresden. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die große Ansiedlungspolitik zu Ende sei. 

Frage: Mitte November haben Sie das Wirtschaftsministerium übernommen, das bis dato von der FDP geführt wurde. Wie sind Sie als SPD-Politiker dort angekommen?

Martin Dulig:

Ich erlebe, obwohl es Winter ist, ein Haus im Frühling. Das Ministerium ist genauso neugierig wie ich auf die neuen Erfahrungen.

Und womit fängt man als neuer Wirtschaftsminister an?

Martin Dulig:

In meinem Haus finden sich so viele Zukunftsthemen, die auch alle miteinander verwoben sind. Deshalb gibt es auch keine Prioritäten, was das Wichtigste ist, sondern wir sind gerade dabei, das, was wir im Koalitionsvertrag ausgehandelt haben, in ein Arbeitsprogramm zu bringen. Das sind ganz, ganz viele Themen, die ineinanderfließen. Nur es gibt ein Ziel: Dass wir Sachsen zu einer der führenden Regionen Europas machen mit guten Arbeitsplätzen, die ordentlich und fair bezahlt werden, und wo auch die Infrastruktur stimmt, ob Straße, Schiene oder die Versorgung mit Breitband-Internet - das gehört alles zusammen.

Der seit Jahresbeginn geltende Mindestlohn soll ja auch zu guten Löhnen führen. Wie werden die sächsischen Unternehmen damit zurechtkommen?

Martin Dulig:

Es gibt Bereiche vor allem in der Dienstleistung, die werden es auf ihre Preise umlegen - viele Frisörhandwerker werben sogar damit, weil sie sagen, „wir wollen, dass unsere Leute gut bezahlt werden“. Es gibt aber auch Unternehmen, die unter Druck geraten, was ihre Liquidität betrifft - da, wo Kredite laufen. Da muss man sehen, ob da Unterstützung nötig ist. Und wir werden vor allem noch einmal einen starken Blick auf die Regionen werfen müssen. Wir bekommen natürlich auch besorgte Nachrichten aus den grenznahen Regionen, wo noch einmal ein ganz anderer Konkurrenzdruck herrscht.

Wie sieht es mit Neuansiedlungen von großen Firmen in Sachsen aus? Ist da 2015 etwas zu erwarten?

Martin Dulig:

Wir werden auch weiterhin darum werben, dass große Unternehmen nach Sachsen kommen. Zur Wahrheit gehört auch, dass die große Ansiedlungspolitik zu Ende ist. Wir sind und bleiben aber ein attraktiver Standort.

Und wann dürfen wir den ersten Dax-Konzern in Sachsen begrüßen? 

Martin Dulig:

Wenn man zur Spitze in Europa gehören will, braucht man auch ehrgeizige Ziele. (Die Verbundnetz Gas AG) VNG ist das größte Unternehmen in Sachsen. Aber ansonsten haben wir viele kleine und sehr kleine Unternehmen. Die große Anzahl der Firmen haben zwischen fünf und 20 Beschäftigte. Deshalb ist die Frage des Größenwachstums ein ganz wichtiges wirtschaftspolitisches Ziel.

Und in welchem Wirtschaftsbereich sehen Sie die größten Chancen?

Martin Dulig:

Sachsen ist ein Bundesland, in dem sich eine interessante IT-Branche entwickelt mit mehreren Hotspots vor allem hier in Dresden und in Leipzig. Und wenn man sich mal anguckt, was wir uns vorgenommen haben mit der digitalen Strategie, dem Breitbandausbau, Stärkung der Software-Entwicklung, kann sich hier ein Cluster entwickeln, das konkurrenzfähig ist. Und wenn wir da in Sachsen vorne dran sind, ist das gut. Die Digitalisierung hat die gleiche Größenordnung wie die industrielle Revolution. Und wer hier den Zug verpasst, wird den Aufsprung nur schwerlich schaffen. 

ZUR PERSON: Sachsens oberster Sozialdemokrat ist 40 Jahre alt, verheiratet und Vater von sechs Kindern. Dulig kam als 15-Jähriger zur Sozialdemokratie. 2004 zog der Diplompädagoge in den Landtag ein, 2007 übernahm er den Fraktionsvorsitz. Nach der neuerlichen Schlappe der SPD bei der Landtagswahl 2009 (10,4 Prozent) übernahm er den Parteivorsitz.

LVZ

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