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Mitteldeutschland Sächsische Unis kritisieren Staatsregierung für Umgang mit Rechtsextremismus
Region Mitteldeutschland Sächsische Unis kritisieren Staatsregierung für Umgang mit Rechtsextremismus
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11:56 05.09.2018
Quelle: Christian Modla
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Dresden/Freiberg

Die Rektoren der sächsischen Hochschulen haben der Staatsregierung ein zu lasches Vorgehen gegen Rechtsextremismus vorgeworfen. „Wir erleben, dass Sachsen inzwischen ein massives Problem mit Rechtsextremismus hat, das jahrelang von großen Teilen der Politik und den Behörden unterschätzt und teilweise sogar verharmlost wurde“, hieß es in einer am Montag verbreiteten Erklärung der Landesrektorenkonferenz.

Die Universitäten und Hochschulen in Sachsen stünden für Weltoffenheit und Toleranz, Menschlichkeit und Respekt. Dies seien – wie auch die Freiheit von Forschung und Lehre – unantastbare Werte. „Durch die Entwicklungen der vergangenen Jahre in Sachsen und zuletzt in Chemnitz sehen wir diese Werte bedroht“, teilten die Rektoren mit.

Das Zeigen des Hitlergrußes, das Skandieren von menschenverachtenden volksverhetzenden Parolen, Übergriffe auf Andersdenkende - all das seien Straftaten, die nicht geduldet werden dürften. „Wir sehen dies als Angriff auf unsere Demokratie und Rechtsstaatlichkeit“, hieß es. Man rufe deshalb alle Menschen in Sachsen und darüber hinaus auf, gemeinsam für demokratische Werte einzustehen.

„Die Politik fordern wir auf, sich über Parteigrenzen hinweg stärker als bisher rechtsradikalen Tendenzen entgegenzustellen und konsequent gegen jede Form von Rechtsextremismus einzuschreiten“, betonten die Rektoren. Auch die Wissenschaft in Form der Unis und Hochschulen sei auch selbst gefordert, für ihre Werte deutlicher einzustehen und sich in den gesellschaftlichen Diskurs stärker einzubringen.

Von LVZ

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