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Mitteldeutschland Sächsische Linke kritisiert Landkreis nach Katzen-Entzug
Region Mitteldeutschland Sächsische Linke kritisiert Landkreis nach Katzen-Entzug
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22:42 11.07.2018
Auch das Fernsehen begleitet den Kampf um die Katzen Chico und Noshe. Quelle: Sven Bartsch
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Dresden/Leisnig

Die Linke im sächsischen Landtag kritisiert den Kreis Mittelsachsen dafür, dass in Leisnig lebende Asylbewerber aus dem Irak auf Behördenanweisung ihre zwei Katzen abgeben mussten. „Der Behördenirrsinn in Sachsen scheint keine Grenzen zu kennen“, sagte gestern die für Tierschutz zuständige Abgeordnete Susanne Schaper. Obwohl die Rechtsprechung Katzen als Kleintiere bewerte, deren Haltung in einer Wohnung nicht pauschal verboten werden könne, untersage die Ausländerbehörde es der Familie, die Tiere zu behalten. Die Familie kümmere sich liebevoll um die Katzen, jetzt müsse die Gesamtgesellschaft die Kosten für das Tierheim tragen.

Aus dem Landratsamt heißt es, generell sei es in den Unterkünften des Kreises nicht gestattet, Haustiere unterzubringen. „Dies ist eine grundsätzliche Haltung und gilt bei allen Einrichtungen, die seitens des Landkreises für die vorübergehende Unterbringung von Asylsuchenden vorgehalten werden, auch in Freiberg.“ Dort hatten der Iraker Estrabraq Alogaili (40) mit seiner Frau Hiba (37) und den Kindern Sarah (9) sowie Ali (8) vor ihrem Umzug nach Leisnig die Katzen gehalten. Schon seit drei Jahren wartet die Familie auf ihre Asylentscheidung.

Die Familie Alogaili besucht ihre zwei Katzen Noshe und Chico jeden Tag im Leisniger Tierheim, in das die Tiere in der vorigen Woche gebracht worden waren. Für Tierheimleiterin Rosi Pfumfel ist das ein unhaltbarer Zustand, denn sie weiß, dass die Trennung der Mutter Hiba seelisch offenbar schwer zusetzt. Auch den Tieren geht es nicht gut. Sie würden zusehends abmagern, wie Pfumfel sagt: „Die Tiere fressen nur, wenn ihre Familie da ist.“ Inzwischen haben viele Menschen, die von der Geschichte gehört haben, für das Wohl der Tiere gespendet.

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