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Mitteldeutschland Sächsischer Landeselternrat warnt vor Missbrauch des neuen Kompetenztests
Region Mitteldeutschland Sächsischer Landeselternrat warnt vor Missbrauch des neuen Kompetenztests
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22:42 25.01.2010
Sachsens Landeselternratsvorsitzende Gisela Grüneisen Quelle: Günther Hunger
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Dresden

Die Ergebnisse dienten lediglich dem schulinternen Vergleich. Die Auswertung soll den Lehrern Anhaltspunkte geben, um Schüler gezielter zu fördern.

Die Chefin des Landeselternrats Gisela Grüneisen warnte vor einem Missbrauch: "Wir haben gehört, dass einige Lehrer zumindest Teilbereiche des Tests gern benoten würden", sagte sie. "Ich hoffe, dass solchen Machenschaften entgegengetreten wird." Auch der bisherige Orientierungstest, der vom Kompetenztest abgelöst wird, sollte ursprünglich nicht benotet werden, wurde es von den meisten Schulen aber doch. Das habe dazu geführt, dass viele Kinder in den Ferien wochenlang zum Lernen auf die Prüfung gedrillt wurden. "Viele Lehrer glauben leider, Schüler zeigen nur Leistung, wenn sie eine Note bekommen", bedauerte Grüneisen.

"Wir finden standardisierte Tests generell wenig geeignet, um die individuelle Förderung von Schülern zu verbessern", sagte Sabine Gerold, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). "Wenn die Ergebnisse tatsächlich nicht zum Leistungsvergleich zwischen den Schulen genutzt werden, lehnen wir sie jedoch nicht ab", so Gerold. Der Mehraufwand für Lehrer müsse jedoch entschädigt werden. "Der Probelauf des Tests im vergangenen Jahr zeigt uns, dass auf die Lehrer zum Teil bis zu vier Stunden zusätzliche Arbeit pro Woche zukommen", bestätigte Jens Weichelt, Vorsitzender des Lehrerverbands. Er fordert deshalb Entlastungen durch einen Freizeitausgleich oder Vergütungen. Der Landesschülersprecher Daniel Franke sieht in den Kompetenztests die Chance, die Schüler von dem Druck der Orientierungsarbeiten zu entlasten.

"Ich habe Zweifel, ob das Instrument sein Ziel erreicht, Kinder individuell zu fördern", sagte dagegen SPD-Bildungspolitikerin Eva-Maria Stange (SPD). Vergleichbare Tests in anderen Bundesländern zeigten, dass es Lehrern oft an der Zeit zur Auswertung der riesigen Datenmengen mangele. Sie warnte vor der Schaffung eines neuen Ausleseinstruments. "Bei der Umsetzung muss vor allem verhindert werden, dass Schulen in sozial schwierigem Umfeld weiter stigmatisiert werden."

Meike Strüber

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