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Mitteldeutschland Schacht-Schach im Erzgebirge bei Minusgraden und 100 Meter unter der Erde
Region Mitteldeutschland Schacht-Schach im Erzgebirge bei Minusgraden und 100 Meter unter der Erde
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20:36 25.01.2012
100 Meter unter der Erde wollen 60 Schachspieler am Samstag ein Blitz-Turnier austragen. Damit sie im Bergwerkstollen nicht frieren, gibt’s Glühwein und Tee. Quelle: dpa
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Annaberg-Buchholz

Um ans Brett zu kommen, müssen sie aber erst einmal einen Helm aufsetzen und mit der Grubenbahn 600 Meter ins Bergwerk einfahren.

Anlass des auf vier Stunden angelegten Blitzschachturniers im Maschinensaal des „Markus-Röhling-Stolln“ ist die auf den Tag genau 150 Jahre zurückliegende Gründung des ältesten Schachvereins in Buchholz. Die auf den 28. Januar 1862 datierte Gründungsurkunde wurde erst kürzlich im Stadtarchiv gefunden, wie das Rathaus am Mittwoch mitteilte. Sie belege, dass der - inzwischen nicht mehr existierende - Verein zu den ersten in Deutschland gehört habe.

Zu den für das Turnier gemeldeten Teilnehmern gehört auch der Internationale Schachmeister Cliff Wichmann. Die jüngste Spielerin ist 6 Jahre alt, der älteste 72. Auf die Idee von „Schach im Schacht“ kam der Vereinschef des Schachclubs 1865 Annaberg-Buchholz, Ronald Wilhelm, als er dem lettischen Großmeister Zigurds Lanka im vergangenen Jahr das Besucherbergwerk zeigte.

Lanka sei vom Maschinensaal, der schon öfters für feierliche Zusammenkünfte genutzt wurde, einfach begeistert gewesen, sagte Wilhelm am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. „Bis dahin wusste ich nicht, wie wir das Jubiläum - 150 Jahre Schach in Annaberg-Buchholz - feiern sollten. Eine ganze Festwoche ist für einen kleinen Verein nicht drin“, sagte Wilhelm.

Dass das Jubiläum in den Winter fällt, war für Wilhelm ein glücklicher Umstand. „Im Sommer kann man kein Turnier im Stollen machen“, sagte Wilhelm. In dem sei es schließlich immer nur bis zu zehn Grad warm, da wäre der Temperaturunterschied zu groß gewesen. Die Rahmenbedingungen am Samstag dürften hingegen stimmen: Für die Teilnehmer stehen Tee und Glühwein bereit. Und auch das Licht werde ausreichen, versicherte Wilhelm. Falls alles klappt, könnte es sogar 2013 eine Neuauflage geben.

Tino Moritz, dpa

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