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Mitteldeutschland Schneeverwehungen sorgen für Behinderungen auf Nordsachsens Straßen
Region Mitteldeutschland Schneeverwehungen sorgen für Behinderungen auf Nordsachsens Straßen
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14:02 19.04.2018
In Mockrehna musste die Feuerwehr am frühen Sonntagmorgen ein Auto aus einer Schneewehe befreien. Quelle: Feuerwehr Mockrehna
Nordsachsen

Die extreme Wetterlage mit Sturmböen und Schneeverwehungen hat am Wochenende in der Region Nordsachsen das öffentliche Leben stark beeinträchtigt. Winterdienst, Feuerwehren und Pannendienste waren im Einsatz, weil Autos aufgrund der Glätte von der Straße abgekommen waren oder in Schneewehen feststeckten. Auch Veranstaltungen wie der für Sonntagmittag angekündigte Oster- und Trödelmarkt in Mockrehna mussten abgesagt werden.

Autos stecken in Schneewehen fest

Am frühen Sonntagmorgen musste die Feuerwehr in Mockrehna ausrücken. Gegen 5 Uhr wurde bekannt, dass in Richtung Zum Leitpflock ein Auto im Schnee feststeckte, eine Person im Pkw eingeschlossen war.

Wer am Sonnabend mit der S-Bahn vom Eilenburger Bahnhof aus nach Leipzig wollte, musste auf den Schienenersatzverkehr umsteigen. Quelle: privat

Mit einem Rüstwagen zogen die Kameraden das Fahrzeug wieder frei.

Bereits in der Nacht, gegen 2.38 Uhr, wurden die Kameraden der Eilenburger und der Böhlitzer Feuerwehr alarmiert. Auf der Straße zwischen Eilenburg und Thallwitz steckten fünf Autos in Schneeverwehungen fest. Um 3.50 Uhr kam über Funk der nächste Einsatz. Auf der B 87 war bei Doberschütz ein Auto in den Straßengraben gerutscht, drei weitere hatten sich in Schneewehen festgefahren. Die Einsatzstelle wurde abgesichert, die Kameraden der Feuerwehr Doberschütz nachgefordert.

Am Wochenende sorgte eine extreme Wetterlage für Schneeverwehungen und brachte viele Autofahrer in eine missliche Lage.

Meldungen über Schneeverwehungen und deshalb festsitzende Autos unterbrachen auch die Nacht der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Düben. Betroffen waren unter anderem die B 107, B 183a sowie die S 11. 15 Kameraden waren im Einsatz, konnten Fahrzeuge befreien und kontrollierten danach weitere Straßen auf mögliche feststeckende PKW. Schon am Sonnabend warnten die Bad Dübener Kameraden die Autofahrer, baten sie, unnötige Fahrten außerhalb der Gemeinden und Städte möglichst zu vermeiden. Die Bedingungen, aufgrund der Sturmböen und der gefallenen Schneemengen, sollen sich auch im Tagesverlauf des Sonntags nur langsam bessern.

Am Sonnabendabend war die Paschwitzer Straße zwischen Sprotta und der B 87 nicht befahrbar. Zwischenzeitlich steckten sechs Pkw und ein Lkw in den Schneewehen fest. Die Feuerwehr Sprotta bat die Autofahrer via Facebook, die Anbindung über Eilenburg-Ost zu nutzen, da die Lage auch auf der Ortsverbindungsstraße Sprotta-Doberschütz kritisch war.

Straßen unpassierbar

Weil sich Pkw in Schneewehen festfuhren, mussten auch die Kameraden aus Löbnitz am Samstagmittag Fahrzeuge auf der Ortsverbindungsstraße Luckowehna-Krensitz aus misslicher Lage holen. Ebenso wurden die Wiedemarer und die Delitzscher Feuerwehrleute am Sonntagmorgen um 4.55 Uhr und 5.30 Uhr zu solchen Einsätzen alarmiert, mussten sich so wie die Wiedemarer Feuerwehrleute teilweise allerdings noch von den Autofahrern beschimpfen lassen, dass es zu lange dauere. In der Nacht waren zudem gegen 2.30 Uhr die Kameraden der Krostitzer und Kletzener Feuerwehr in Beuden unterwegs. Mit einem Stahlseil zogen sie ein liegengebliebenes Fahrzeug aus einer Schneewehe. Auch etliche andere Feuerwehren im Landkreis mussten immer wieder zu solchen Einsätzen ausrücken.

Die Feuerwehr half auf der Bundesstraße bei Storkwitz etlichen Pkw aus dem Schnee. Quelle: Feuerwehr Delitzsch

Den ganzen Sonntag über mussten immer wieder Autos aus Straßengräben gezogen werden, auf der B 183 a nahe des Delitzscher Ortsteils Storkwitz steckten etwa 20 Pkw fest, unter den vielen Insassen war auch eine Familie mit einem vier Monate alten Baby. Ein Rettungshubschrauber wurde zudem angefordert, weil eine ältere Dame ein gesundheitliches Problem hatte, das allerdings schnell in den Griff zu bekommen war. Kameraden berichten von bis zu 120 Zentimeter hohen Schneeverwehungen. Zwischenzeitlich war es mittels Traktor mit Schiebeschild gelungen, die Straße vom Schnee zu befreien. Der Traktor bereitete zunächst eine Spur für die Rettungsfahrzeuge. Die Ehrenamtlichen halfen schließlich den Pkw auf diese Spur. Die Straße musste dennoch für den Einsatz einer Schneefräse gesperrt bleiben.

Dank Traktor konnten die Pkw befreit werden. Quelle: Feuerwehr Delitzsch

Auch auf einigen anderen Straßen ging zeitweise gar nichts mehr. Diverse Trassen mussten gesperrt werden, weil auch der Winterdienst gegen die massiven Verwehungen von Feldern keine Chance mehr hatte.

Retter helfen Rettern

Die Kameraden der Feuerwehr Selben/Zschepen zogen am Sonntagmorgen gegen 10 Uhr einen Rettungswagen (RTW) aus dem Straßengraben. Durch den Schnee und das darunter befindliche Eis war der Wagen auf der Staatsstraße 4 ins Rutschen geraten. Der RTW war allerdings ohne Patient auf dem Weg von Delitzsch nach Krostitz in die Rettungswache, die Insassen wurden nicht verletzt. Wenige Meter von der Einsatzstelle entfernt, halfen die Feuerwehrleute zwei Pkw-Fahrern ebenfalls aus einer Schneewehe. Ebenfalls einen RTW mussten die Krostitzer Kameraden gegen 11.30 Uhr am Sonntag bergen, ein Traktor half dabei. Auch in diesem Falle war kein Patient an Bord.

Die Feuerwehr Delitzsch im Schneeeinsatz auf dem Stadtring. Quelle: Feuerwehr Delitzsch

Züge fallen aus – Schienenersatzverkehr fährt

Auch bei der Deutschen Bahn ging zeitweise nichts mehr. Am Samstagmorgen war der Hauptbahnhof in Leipzig wegen eingefrorener Weichen und Schneeverwehungen gesperrt worden. Der Hauptbahnhof wurde gegen 10 Uhr größtenteils gesperrt. Züge fuhren nur noch vereinzelt ein oder aus. Das wirkte sich auch auf den S-Bahn-Verkehr aus. Wer zum Beispiel aus Richtung Torgau über Eilenburg und Taucha in die Messestadt wollte, wartete vergeblich auf die Bahn, musste den Bus als Schienenersatzverkehr nehmen, um vorwärts zu kommen.

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Von Kathrin Kabelitz und Christine Jacob

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