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Mitteldeutschland Schneechaos in Nordsachsen: Räumdienste auch am Montag noch vielerorts unterwegs
Region Mitteldeutschland Schneechaos in Nordsachsen: Räumdienste auch am Montag noch vielerorts unterwegs
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17:49 19.03.2018
Ein Traktor beräumt eine zugewehte Straße bei Delitzsch. Quelle: Feuerwehr Delitzsch
Nordsachsen

Zum Teil waren Straßen und Wege immer noch vereist. Das Wochenende hielt aber auch die Feuerwehren in Atem. Kreisweit wurden rund 25 Einsätze gefahren, weil Autos durch die Verwehungen im Schnee eingeschlossen waren, informierte das Landratsamt. Viele fragen sich deshalb: Gibt es zu wenig Schneefangzäune?

Schneezäune auf Westwind ausgerichtet

Gegen die starken Böen konnten die vorhandenen jedenfalls kaum etwas bewirken. „Die sind auf Westwind ausgerichtet, den wir sonst immer hatten“, erklärt Karl-Heinz Czempas, Leiter der Stadtmeisterei Eilenburg, und ergänzt: „Dieses Mal kam der Wind allerdings aus Nordosten, also fast der entgegengesetzten Richtung.“ Die Stadtmeisterei Eilenburg war von Freitagabend bis Montagfrüh rund um die Uhr mit allem, was ihr zur Verfügung stand, im Einsatz. Das heißt pro Schicht: acht Fahrzeuge und zehn Mitarbeiter. Rund 320 Tonnen Streusalz haben sie von ihrem Stützpunkt auf den Fahrbahnen verteilt.

So sieht es in Eilenburg, Oschatz und Delitzsch aus

Im Stadtgebiet von Eilenburg und der Gemeinde Doberschütz haben Schneeverwehungen und glatte Straßen den Winterdienst ebenso das gesamte Wochenende gefordert. Ab Freitagnachmittag war die Stadtwirtschaft, die für die Stadtverwaltung den Kampf mit dem Schnee aufnimmt, mit acht Räum- und Streufahrzeugen sowie zehn Mitarbeitern zweimal pro Tag im Einsatz. Und auch am Montag hielt die Arbeit weiter an, wie Volker Wagner mitteilt. Der Geschäftsführer der Remondis Eilenburg GmbH, zu der das Tochterunternehmen Stadtwirtschaft Eilenburg gehört, hebt die besondere Herausforderung hervor: „Zunächst war es feucht-nass, dann ist der Regen in Schnee übergegangen, sodass sich relativ rasch eine Eisschicht gebildet hatte. Gegen die half der gestreute Split nur bedingt. Denn teilweise taute das Eis auf, fror später aber wieder über dem Streumittel zu.“ Hinzu kam der heftige Wind, der nicht nur auf den Verbindungsstraßen zu Verwehungen geführt hat. „Auch Treppen, die geräumt wurden“, so Wagner, „waren schnell wieder vom Schnee bedeckt.“

Die Mitarbeiter des Oschatzer Bauhofes „haben Freitag ab 20 Uhr die erste Runde gemacht und waren im Prinzip bis jetzt im Einsatz“, sagt Bauhofchef Rolf Prochazka am Montag. „Wenn die Niederschläge durch sind, wird es für uns meist etwas ruhiger, aber diesmal war es anders. Am Sonntag haben uns die Schneeverwehungen auf Trab gehalten“, so der Bauhofchef. Vor allem der Oschatzer Ortsteil Fliegerhorst, der Trebicer Weg, Limbach und Thalheim seien davon betroffen gewesen. „Da hatten wir richtig zu tun, die Straßen freizuhalten.“Allerdings seien die Oschatzer Straßenwächter im Vergleich zu den Mitarbeitern der kreiseigenen Straßenmeisterei besser weggekommen. „Unsere Straße befinden sich zum größten Teil in geschützten Lagen, da sind die Verwehungen nicht ganz so extrem gewesen wie auf manchen Kreis-, Staats- und Bundesstraßen.“ Als Folgeerscheinung ist es auf einigen Straßen zu Eisverkrustungen gekommen. „Das ist vor allem an den Stellen passiert, an denen wir nicht den Schnee komplett von Straße entfernen konnten“, sagt der Chef des Bauhofes. Hier habe man durch nachträgliches Schieben versucht, die Straße verkehrssicher zu machen.

In der Stadt Delitzsch wurde von der Servicegesellschaft nach einer Prioritätenliste der Winterdienst abgearbeitet. „Zunächst sind die Haupt-, dann die Nebenstraßen dran“, betont Rathaussprecherin Nadine Fuchs und fügt hinzu, dass die Frauen und Männer „einen guten Job gemacht“ hätten. Sie waren von 3 bis 22 Uhr am Wochenende im Einsatz. Zehn Fahrzeuge, jeweils mit einem Fahrer besetzt, waren auf den Straßen und Gehwegen unterwegs. Dort, wo mit Technik nicht viel erreicht werden konnte, wurde per Handarbeit dem Schnee und dem Eis zu Leibe gerückt. Sechs Kolonnen zu je zwei Personen wurden gebildet. Mit Handwerkszeug wurden vor allem viel frequentierte Wege und Straßenübergänge eisfrei gemacht. In den vergangenen Tagen des Wintereinbruchs wurden in der Stadt insgesamt 5000 Liter Sole, 40 Tonnen Salz und 10 Tonnen Splitt verbraucht.

Von Hagen Rösner, Ditmar Wohlgemuth, Matthias Klöppel

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