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Mitteldeutschland Schneechaos sorgt für Behinderungen im Landkreis Leipzig
Region Mitteldeutschland Schneechaos sorgt für Behinderungen im Landkreis Leipzig
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10:49 19.03.2018
Am Wochenende schlug Väterchen Frost mit Minustemperaturen und heftigem Schneefall noch einmal so richtig zu. Hinzu kam starker Wind, der immer wieder Straßen, hier bei Dittmannsdorf, zuwehte. Quelle: Andreas Döring
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Landkreis Leipzig

Der Winter hat sich am Wochenende noch einmal mit Macht zurückgemeldet. Winterdienst, Feuerwehren und Polizei waren im Einsatz. Glatte Straßen und Schneeverwehungen forderten den Kraftfahrern einiges ab. Im Bereich des Bornaer Polizeireviers kam es ab Freitagmittag bis Sonntagvormittag zu 20 Unfällen, von denen 13 auf Glätte zurückzuführen waren.

Spiegelglatte Fahrbahnen

Zahlreiche Autofahrer wurden von spiegelglatten Fahrbahnen überrascht. So kam am Samstag gegen 9 Uhr auf der B 95 in Espenhain ein Audifahrer nicht mehr rechtzeitig zum Stehen und fuhr am Abzweig Margarethenhain auf einen VW Polo auf, der an der Ampel gestoppt hatte. Eine jugendliche Beifahrerin im Polo wurde dabei leicht verletzt. Ein weiterer Unfall ereignete sich am Sonntagvormittag zwischen Berndorf und Hohendorf.

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Der Wintereinbruch am Wochenende hat das Leben im Landkreis Leipzig schwer beeinträchtigt. Wegen der starken Windböen waren ganze Ortschaften vom Schnee eingeschlossen.

Zu einem nächtlichen Einsatz wurden die Feuerwehrleute in der Nacht zum Sonntag bei Thierbach gerufen. Auf der Straße zwischen Espenhain und Kitzscher waren drei Fahrzeuge in Schneewehen steckengeblieben und konnten sich aus der misslichen Lage nicht mehr selbst retten.

Autofahrer im Fahrzeug eingeschlossen

Ein Autofahrer kam aus eigener Kraft nicht mal mehr aus seinem Fahrzeug heraus, weil die Tür bereits zugeweht war. Die Kameraden konnten bis 3.30 Uhr zwei Pkw bergen, ein weiteres Auto musste vorerst im Schnee zurückgelassen werden und wurde erst später freigelegt.

Auch im Muldental zeigte der Winter seine eiskalte Seite: Soweit das Auge reicht Schnee und teils meterhohe Verwehungen. Exemplarisch für viele Orte ist die Region um Nerchau und Mutzschen.

Ganze Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten

Hier waren Dörfer wie Serka, Köllmichen und Jesewitz von der Außenwelt abgeschnitten. Erst der Einsatz von schwerer Technik machte es möglich, dass die Straßen befahrbar wurden. Allerdings blieb den Einsatzkräften im Winterdienst kaum Zeit zum Verschnaufen, denn binnen kurzer Zeit waren neuralgische Stellen wie die Deditzer Höhe wieder zugeweht und unpassierbar. Die Straße zwischen Leipnitz und Böhlen im Thümmlitzwald, so Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger, wurde „aufgegeben“ und für den Verkehr gesperrt. Erst am Abend wollte man dort Winterdienstkräfte bündeln, um diese Querverbindung vom Meter hohen Schnee frei zubekommen, hieß es.

Nächtlicher Rettungseinsatz bei Böhlitz

Auch an der Kreisgrenze zu Nordsachsen ging nichts mehr. „Wir mussten in der Nacht zum Sonntag gegen 3 Uhr ausrücken, um vier Autos zu befreien“, erklärte der Thallwitzer Gemeindechef Thomas Pöge. Die Pkw hatten sich auf der Straße zwischen Eilenburg und Böhlitz festgefahren und waren bei Eintreffen der Feuerwehr bereits halb zugeweht. Mit einem Bauhof-Traktor und 18 Mann der Wehren Thallwitz und Böhlitz kam man den Eingeschneiten zu Hilfe. Auch die Eilenburger Wehr war alarmiert worden und leistete Schützenhilfe.

Bußgeld für Fahrer mit Sommerreifen

Die extremen Witterungsverhältnisse hätten nach Einschätzung des Bornaer Reviers etliche Kraftfahrer kalt erwischt. Einigen, die nach dem vorhergehenden frühlingshaften Wochenende bereits Sommereifen aufgezogen hatten, kam der zu frühe Wechsel zudem teuer zu stehen: Wer auf spiegelglatten Straßen mit Sommerreifen ins Rutschen kam oder in einer Schneewehe steckenblieb, kassierte dafür einen Punkt in Flensburg samt Bußgeld.

Von Simone Prenzel

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