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Mitteldeutschland Senioren verursachen nicht mehr Unfälle als andere Verkehrsteilnehmer
Region Mitteldeutschland Senioren verursachen nicht mehr Unfälle als andere Verkehrsteilnehmer
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16:22 12.03.2018
Archivfoto Quelle: dpa
Leipzig

Etwa jeder sechste Unfallverursacher in Deutschland ist älter als 65 Jahre. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2016 hervor. Senioren sind damit nicht häufiger für Unfälle verantwortlich als andere Verkehrsteilnehmer. Eher im Gegenteil: „Senioren haben damit im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil eine unterproportionale Unfallbeteiligung“, schreibt das Amt in seiner aktuellsten Studie. Die geringere Beteiligung könnte aber auch mit damit zu tun haben, dass ältere Menschen nicht mehr täglich zur Arbeit fahren und seltener einen Pkw besitzen, so das Amt weiter.

Allerdings steigt die Gefahr von schweren Unfällen mit Schwerverletzten oder sogar Todesfolge bei Unfallverursachern in höherem Alter merklich an. Bei den insgesamt 21.000 Verkehrsunfällen anno 2016 in Deutschland, bei denen der Hauptverursacher älter als 75 Jahre alt war, starben 474 Unfallbeteiligte. In 5219 weiteren Fällen gab es Schwerverletzte. Zum Vergleich: In der Altersgruppe der 40- bis 45-Jährigen waren es zwar ähnlich viele Verkehrsunfälle, allerdings „nur“ 181 Todesfälle und 3737 Schwerverletzte.

Bei etwa jedem sechsten Unfall mit Personenschaden in Sachsen gehören Senioren zu den Verletzten. Von den 17.462 verletzten sächsischen Verkehrsteilnehmern im Jahr 2016 waren 2650 älter als 65 Jahre. Und innerhalb der Gruppe der verletzten sächsischen Senioren waren 1425 älter als 75 Jahre.

Hauptursache: Vorfahrtsregeln missachtet

Wie das Bundesamt ebenfalls schreibt, wird „PKW-Fahrern im Seniorenalter häufiger als den unter 65-Jährigen vorgeworfen, die Vorfahrt beziehungsweise den Vorrang anderer Fahrzeuge missachtet zu haben.“ Bei 17,6 Prozent der Unfälle, die von Ü65-Fahrer verursacht wurden, war dies der entscheidende Grund. Bei allen anderen Altersgruppen lag der Schnitt der Vorfahrtsmissachter nur bei 10,7 Prozent. Dagegen wird Senioren am Steuer deutlich seltener zur Last gelegt, dass sie den Abstand nicht eingehalten haben, dass zu schnell gefahren sind oder unter Alkoholeinfluss standen.

Immer wieder gibt es Studien, die Geisterfahrten auf Einbahnstraßen und Autobahnen proportional eher den Rentnern anlasten. Allerdings gibt es ebenso auch Studien, die eine gleichmäßige Verteilung des Fehlverhaltens auf alle Altersgruppen diagnostizieren. Laut der Statistik des zuständigen Bundesamtes wurden im Jahre 2016 insgesamt 25.187 Unfälle aufgrund von falscher Straßenbenutzung registriert. In 3324 Fällen war der Falschfahrer dabei älter als 65 Jahre. Das entspricht einem Anteil von lediglich 13 Prozent an allen in diesem Jahr registrierten Falschfahrern auf deutschen Straßen.

Verkehrsminister: Keine Pflichttests für Senioren

In regelmäßigen Abständen werden von Verbänden oder Politikern in Deutschland auch verpflichtende und regelmäßige Tests für Autofahrer ins Spiel gebracht, die älter als 75 Jahr sind. Sowohl Verkehrsgerichtstag als auch Verkehrswacht und ADC sehen dafür bisher aber keinerlei Grundlage.

Der scheidende Bundesverkehrsminister Alexander Dobrinth (CSU) erklärte dazu: „Ich sage ganz klar: Pflicht-Tests für Senioren am Steuer wird es nicht geben. Ich setze auf Freiwilligkeit – bei Alt und Jung. Sicheres Autofahren ist keine Frage des Geburtsdatums. Das belegen die aktuellen Unfall-Statistiken.

Von Matthias Puppe

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