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So gut sind Sachsens Krankenhäuser bei Gallenblasen-OPs

Teil 2 der Klinik-Serie So gut sind Sachsens Krankenhäuser bei Gallenblasen-OPs

Gallenblasenentfernungen führen sehr viele Krankenhäuser in Sachsen durch. 13 davon bescheinigt die AOK Plus Top-Qualität in ihrem Test-Navigator. Welche das sind, zeigt Teil 2 unserer Medizin-Serie.

Die Gallenblase – hier in einer 3-D-Animation – liegt als birnenförmiges, etwa zehn Zentimeter großes „sackartiges“ Organ im rechten Oberbauch und speichert die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit.

Quelle: Fotolia

Leipzig. Gallensteine sind der häufigste Grund für eine Gallenblasenentfernung. In Sachsen führen 55 Kliniken diesen Eingriff durch. 13 davon bescheinigte die AOK Plus eine überdurchschnittliche Qualität im bundesweiten Vergleich. 28 entsprachen dem Bundesdurchschnitt. 14 Krankenhäuser lieferten eine unterdurchschnittliche Qualität – hier ist die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen höher.

Das Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch gehört bei diesem Eingriff zu den Top-Krankenhäusern in Sachsen. Der Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Thomas Schmidt, führt das auf sein sehr erfahrenes OP-Team zurück. So verfügen drei ärztliche Kollegen über eine Spezialausbildung in Viszeralchirurgie. Alle besuchen regelmäßig Fortbildungen in minimalinvasiven Operationstechniken. Denn das ist das meisteingesetzte Verfahren. Junge Ärzte werden in Workshops an Dummys auf die Operation vorbereitet – so lange,bis jeder Handgriff sitzt. Auch der richtige Zeitpunkt für die OP sei entscheidend. Da im Akutstadium das Komplikationsrisiko höher ist, wird die Entzündung oft erst medikamentös behandelt.

Die Krankheit

Jeder fünfte Erwachsene hat Gallensteine. Doch meistens bereiten sie keine Schmerzen und werden nur zufällig bei einer Bauchuntersuchung entdeckt. Nur ein Viertel der „Steinreichen“ muss operiert werden. Denn dann ist meist auch die Gallenblase entzündet und muss entfernt werden.Die Krankheit tritt meist in der Mitte des Lebens auf – zwischen 30 und 55, wobei mehr Frauen als Männer betroffen sind. Typisch sind krampfartige Schmerzen im oberen Bauch nach fettigem Essen. Sie können bis in den Rücken ziehen und sich so verstärken, dass sie als kaum aushaltbar beschrieben werden. Ärzte sprechen in diesem Fall von einer Kolik.

Die Diagnostik

Eine Ultraschalluntersuchung macht die Steine sichtbar. Außerdem erfolgt eine Blutuntersuchung zur Überprüfung der Leberwerte.Im Zweifelsfall bringt auch eine Magenspiegelung Klarheit.

Die Operation

Wenn die Steine wiederkehrende krampfartige Schmerzen, eine Entzündung der Gallenblase oder einen Aufstau von Gallenflüssigkeit – möglicherweise in Verbindung mit einer Gelbsucht – verursachen, ist die operative Entfernung der Gallenblase angezeigt. Der Eingriff erfolgt in der Regel minimalinvasiv. Über drei kleine Öffnungen in der Bauchdecke werden laparoskopische Instrumente wie Lichtquelle, Kamera, Schere und Pinzette geschoben. Der Arzt löst die Gallenblase von der Leber und durchtrennt Blutgefäße und den Gallenblasengang. Mit einem Beutel wird die Gallenblase samt Steinen aus der Bauchhöhle herausgezogen. Das Ganze dauert etwa 45 Minuten. In seltenen Fällen können auch offene Bauchoperationen nötig sein.

Die Komplikationen

Risiken sind Blutungen durch Verletzung von Blutgefäßen oder Organen. Auch versehentliche Stich- und Risswunden, das Aufreißen der Operationswunde oder Infektionen sind möglich. Mitunter -bleiben auch Fremdkörper im Bauch zurück.

Die Alternativen zur OP

Die Möglichkeiten einer konservativen Therapie sind eng begrenzt. So ist die medikamentöse Auflösung der Steine nur in Ausnahmefällen in Betracht zu ziehen. Die Zertrümmerung der Steine durch Stoßwellen hat sich angesichts der Langzeitergebnisse nicht bewährt.

Die Qualitätsindikatoren

Ein wesentlicher Gradmesser für die qualitative Bewertung ist zum Beispiel die Gabe von Bluttransfusionen. Sie gilt als Komplikation, denn starke Blutungen treten oft durch die Verletzung von Blut¬gefäßen auf.Eingeflossen ist auch, ob Fremdkörper zurückgeblieben sind, oder Folgeoperationen aufgrund von Ab¬flussstörungen der Gallenflüssigkeit nötig waren. Bei geplanten Eingriffen passiert es höchst selten, dass Patienten an den OP-Folgen sterben. Dennoch geht die Sterblichkeit innerhalb von 90 Tagen nach der OP mit in die Betrachtung ein.

Von Stephanie Wesely

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