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Mitteldeutschland So ticken die Wähler in Sachsen
Region Mitteldeutschland So ticken die Wähler in Sachsen
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23:06 14.09.2018
Diesmal in der LVZ-Umfrage: So ticken die Wähler in Sachsen. (Symbolfoto) Quelle: Silas Stein/dpa
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Leipzig

Der durchschnittliche AfD-Wähler ist männlich und zwischen 50 und 65 Jahre, dagegen haben Frauen zwischen 30 und 50 Jahren die größten Sympathien für die Grünen. Das sind zwei Ergebnisse des großen LVZ-Stimmungstests in Sachsen. Zum Abschluss geht es heute um den „gläsernen Wähler“: Anhand der LVZ-Umfrage lässt sich recht deutlich ablesen, wie die Anhänger der jeweiligen Parteien ticken. Vom Leipziger Meinungsforschungsinstitut Uniqma waren vom 20. bis 28. August insgesamt 703 repräsentativ ausgewählte wahlberechtigte Sachsen befragt worden.

Demnach hat die CDU ihre größten Probleme bei unter 30-jährigen Sachsen. Überdurchschnittlich gut kommt die Sachsen-Union, die im Freistaat seit 1990 regiert, dagegen bei Frauen und Rentnern an. Im Vergleich zu allen anderen Parteien wünscht sich die CDU-Anhängerschaft am meisten, dass mehr für die Kriminalitätsbekämpfung getan wird – und das, obwohl sich drei Viertel von ihnen sicher bis sehr sicher in Sachsen fühlen.

Überraschend ist auch das SPD-Wählerprofil: Wer sein Kreuz in Sachsen bei den Sozialdemokraten macht, ist nicht selten über 50 Jahre. Bei Rentnern ist die Zustimmung am größten – mehr als jeder dritte SPD-Sympathisant ist laut LVZ-Umfrage über 65 Jahre. Es verwundert deshalb kaum, dass für sie die Themen Rente, Gesundheit und Pflege am dringlichsten sind. Die Befragung ergab außerdem: Die Grünen punkten von allen Parteien besonders bei Menschen mit Abitur und Hochschulabschluss, während Linke und FDP eine hohe Anziehungskraft insbesondere für Jüngere haben. Kaum verwunderlich ist, dass sich AfD-Wähler unter allen Befragten in Sachsen am unsichersten fühlen und fast jeder Zweite die Begrenzung der Zuwanderung als wichtigstes Politikthema nennt.

Insgesamt hat der Stimmungstest ein Jahr vor der Landtagswahl ergeben, dass die schwarz-rote Regierung über keine Mehrheit verfügt. Auch alle anderen bisher üblichen Bündnisse würden am Wahlergebnis scheitern. Damit könnte den etablierten Parteien am 1. September 2019 ein Schock an der Wahlurne drohen.

Im Detail sieht die Umfrage die AfD stark und die Grünen leicht im Aufwind. Demnach wäre die AfD mit 24 Prozent zweitstärkste politische Kraft im Freistaat. Nur fünf Prozentpunkte trennen sie von der CDU, die zwar die Spitze behauptet, aber unter die 30-Prozent-Marke gerutscht ist. Die Linke kommt auf 19 Prozent, die SPD auf 11 Prozent. Für die Grünen würden 7 Prozent votieren, für die FDP 6.

Angesichts dieser Zahlen sagt der Leipziger Soziologe Holger Lengfeld: „Wenn die Zahl der Parteien im Parlament größer wird und die Stimmenanteile pro Partei kleiner werden, müssen die regierungswilligen Parteien mehr als sonst Abstriche von ihren Maximalpositionen machen.“ Die etablierten Parteien sollten, rät Lengfeld, ihre potenziellen Wähler schon vor der Abstimmung „auf den ungeliebten Fall einer superbunten Koalition vorbereiten“. Dazu gehöre auch, nicht schon im Vorfeld Bündnisse auszuschließen.

Von Andreas Debski & Anita Kecke

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