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Mitteldeutschland Sommer im April: Nächste Woche bis 30 Grad – vorher aber Blutregen
Region Mitteldeutschland Sommer im April: Nächste Woche bis 30 Grad – vorher aber Blutregen
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14:28 11.04.2018
Staub aus der Sahara kann bei uns als Niederschlag herunterkommen. Der Volksmund spricht dann vom Blutregen Quelle: dpa
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Leipzig

Herrlich warme Sommertage, kräftige Gewitter mit Hagel, Starkregen und Überschwemmungen – und dazu noch Sahara-Staub: Wer die aktuelle Wetterentwicklung verfolgt, könnte glatt meinen, nach dem langen Winterschlaf sind wir mitten im Juni oder Juli erst wieder aufgewacht. „Die aktuelle Wetterlage ist eher typisch für den Sommer als für den Frühling. Noch vor wenigen Wochen steckten wir im tiefsten Märzwinter, nun überrascht uns ein gefühlter Sommer“, sagt Dominik Jung vom Portal Wetter.net.

Prognose: In Leipzig reicht es bis 27 Grad

Nächste Woche könnte sich dieser Eindruck verstärken, denn es kommt zu weiteren Rekordtemperaturen.„Die Wettermodelle berechnen für die kommende Woche das Erreichen oder sogar leichte Überschreiten der 30-Grad-Marke – in Deutschland wohlgemerkt. Das wäre dann sogar schon der erste Hitzetag des Jahres 2018“, so Jung. Vor allem in Teilen Brandenburgs, am Oberrhein und in NRW berechnen die Modelle die größte Hitze.

Der markante Wärmeschub wird im Lauf der Woche die Region Leipzig erreichen – auch wenn es hier laut Jung wohl nicht ganz für die 30 Grad reichen wird. „Die Momentaufnahme sagt als Spitzenwerte in der kommenden Woche 25 bis 27 Grad voraus. Ob es doch noch für die 30 Grad reicht, müssen wir abwarten.“

In Brandenburg und Ostsachsen kann es nächste Woche bis 30 Grad heiß werden. Quelle: wetter.net

Dieser April könnte Wärme-Rekord aus dem Jahr 1800 brechen

Sicher ist aber: In den kommenden sieben Tagen ist kein Kälterückfall in Sicht. „Dabei wäre eigentlich das typisch für April. Das aktuelle Sommerwetter ist eher untypisch“, so Jung. Wenn der April auf dieser Schiene weiterfährt, habe er sogar gute Chancen, zu einem der wärmsten April-Monate aller Zeiten zu werden. „Momentan liegt das Temperaturmittel bei rund 10 Grad. Der absolute Temperaturrekord für April liegt bei einem deutschlandweiten Mittelwert von 12 Grad. Dieser wurde im Jahr 1800 gemessen,“ erklärt der Wetterexperte.

Sahara-Staub sorgt bei uns für Blutregen

Kleiner Schönheitsfehler der aktuellen Wetterlage ist die Gewitterneigung. Blitz und Donner können dabei auch sehr kräftig ausfallen, so wie am Dienstag in Nordrhein-Westfalen. „Das erinnert leider etwas an den Unwetter-Juni aus dem Jahr 2016. Da gab es auch immer wieder diese schwül-warme und feuchte Wetterlage mit heftigen Gewittern.“ Wenn aber in diesen Tagen Niederschlag fällt, dann kann der Regen als brauner Schmierfilm niedergehen. Volkstümlich wird das auch Phänomen auch Blutregen genannt. Schuld daran ist feiner Staub aus der Sahara.

Sahara-Staub auf dem Weg nach Mitteleuropa: Auch über Deutschland kann der sogenannte Blutregen in diesen Tagen niedergehen Quelle: wetter.net

Aberglaube im Mittelalter: Böses Vorzeichen?

Durch starke Sandstürme werden die Partikel bis in hohe Luftschichten verfrachtet und kommen dann in der höheren Atmosphäre bis zu uns nach Deutschland und mischen auch hier beim Wetter mit. Sie tragen zur Wolkenbildung bei. So kann selbst an einem sehr sonnigen Tag der Himmel milchig und trüb erscheinen. Kommt es zu Schauern, werden die Staubpartikel zum Teil aus der Atmosphäre ausgewaschen und der Regen hat am Boden eine leicht bräunliche Färbung. „Das nennt man auch im Volksmund Blutregen. Früher im Mittelalter glaubten die Menschen, dieses Ereignis verheiße nichts Gutes“, so Jung. Heute ärgere der braune Schmutzfilm vor allem Autobesitzer: Auf dem Lack sieht man den Staub besonders gut.

Heißer April gleich mieser Sommer: „Unsinn!“

Dass sich aber der Sommer diesmal bereits im warmen April verausgabt und in der Ferienzeit dann ein nasskaltes Erwachen droht, glaubt Jung nicht. „Auch wenn das von manchem Branchen-Kollegen durch die Medienlandschaft transportiert wird: Das ist Unsinn! Es gibt in der Naturwissenschaft kein Gesetz, dass der Sommer nach einem sehr warmen April zu kalt ausfällt. Das kann er, muss er aber nicht – das ist reiner Zufall“ Der Sommer könne sich noch gar nicht im April auspowern. „Monate und Jahreszeiten sind schließlich keine Menschen, die Sport treiben und sich dann wegen Überanstrengung ausruhen müssen“, meint Jung mit ironischem Augenzwinkern.

Von Olaf Majer

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