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Mitteldeutschland Leber des Opfers verspeist? Verdacht auf Kannibalismus in Jena
Region Mitteldeutschland Leber des Opfers verspeist? Verdacht auf Kannibalismus in Jena
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14:20 05.02.2019
Ein Blaulicht leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Jena

Ging es am Ende um Kannibalismus? Im Fall eines im August 2018 in Jena getöteten 25-jährigen Germanistikstudenten aus China schwelt ein böser Verdacht. Das berichten mehrere Medien unter Bezug auf die Antragsschrift der Staatsanwaltschaft Gera.

Mit Hammer erschlagen

Das Opfer war den Angaben zufolge seinerzeit von einem Kommilitonen, einem 23 Jahre alten Physikstudenten aus Vietnam, mit einem Hammer erschlagen worden. Damit nicht genug: Der mutmaßliche Täter, der an einer paranoiden Schizophrenie leiden soll und derzeit in einer forensischen Psychiatrie untergebracht ist, zerstückelte sein Opfer anschließend und verteilte die Leichenteile in mehreren Tüten in Jena – unter anderem auf seinem Arbeitsweg.

Wahrscheinlich Marder fanden nach Angaben der Thüringer Allgemeinen dabei einen Fuß und schleppten ihn in den Motorraum eines Fahrzeugs. Der Besitzer, der wegen des Geruchs unter der Haube nachschaute, erschrak maßlos.

Leber des Opfers verspeist?

Spurlos verschwunden hingegen blieb nach der Obduktion aller gefundenen Leichenteile am Institut für Rechtsmedizin Jena im Gegensatz zu anderen Organen die Leber des Opfers. Sie war offenbar mit einem Messer sauber aus dem Körper des Opfers herausgetrennt worden. Da der Täter zuvor Folgen der US-Fernsehserie „Hannibal“ um den Kannibalen und Serien-Killer Hannibal Lecter sah, der unter anderem Organe seiner Opfer verspeist, will die Staatsanwaltschaft ein solches Motiv nicht ausschließen.

„Der Film Hannibal hat auf jeden Fall eine große Rolle im Leben des Beschuldigten gespielt. Die Leber wurde gezielt entnommen“, sagte Staatsanwalt Martin Zschächner gegenüber dem Online-Portal Bild.de. Den Berichten nach arbeitete der mutmaßliche Täter in der Küche eines Jenaer Lokals.

Zum Tatzeitpunkt nicht schuldfähig

Bei dem Überfall seinerzeit waren Computer und Handy des Opfers gestohlen worden, weshalb die Staatsanwaltschaft auch von einem heimtückischen Vorgehen ausgeht. Weil der Mann zum Tatzeitpunkt offenbar nicht schuldfähig gewesen ist, kommt es nun zu einem Sicherungsverfahren, in dessen Ergebnis keine Strafe ausgesprochen wird. Bei einer weiter vom Täter ausgehenden Gefahr kann aber die dauerhafte Einweisung in die forensische Psychiatrie verhängt werden. Zeitlich unbefristet.

Von Roland Herold

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