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Mitteldeutschland Steht das Kohlekraftwerk Lippendorf vor dem Aus?
Region Mitteldeutschland Steht das Kohlekraftwerk Lippendorf vor dem Aus?
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12:16 06.12.2018
Aktivisten der Aktionsgruppe „Kohle erSetzen“ protestieren im August auf einer Straße vor dem Kraftwerk Lippendorf. Durch die Absage aus Leipzig droht dem Betrieb nun tatsächlich das Aus. Quelle: dpa
Leipzig

Sachsens größte Stadt will sich in vier Jahren selbst warmhalten – ist damit das vorzeitige Aus für das Braunkohlekraftwerk Lippendorf absehbar? Diese Frage schlägt weit über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus hohe Wellen. ­„Solche Gedankenspiele sind gegenüber den Menschen in der Region unverantwortlich“, empört sich der Fraktionsvize der CDU-Landtagsfraktion, Georg-Ludwig von Breitenbuch. „Es geht nicht nur um die 320 Jobs im Kraftwerk Lippendorf, sondern um Hunderte Kohlekumpel im Tagebau und um Tausende Arbeitskräfte in der Region Mitteldeutschland!“

Der „Alleingang von Oberbürgermeister Burkhard Jung“ durchkreuze die ­Verhandlungen in der Kohlekommission und bringe „durch diese sicherlich auch ideologisch geprägte Entscheidung in der Stadt Leipzig das Kraftwerk und den Tagebau vor den Stadtgrenzen ohne Not vor das Aus“, so der CDU-Abgeordnete.

Grüne loben die Entscheidung

Beifall erhält Jung von den Grünen im Landtag. „Angesichts der unklaren Perspektiven des Kraftwerks Lippendorf ist es die einzig verantwortungsvolle Entscheidung, wenn Leipzig seine bestehende Abhängigkeit von dieser Fernwärmequelle rasch löst und seine Wärmeversorgung nachhaltig und klimaschutzgerecht sichert“, erklärte der Abgeordnete Gerd Lippold. Der Leipziger Kohleausstieg sei ein erster, wenn auch bedeutender Schritt, um die wirtschaftlichen Chancen der Energiewende zu nutzen.

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Die Stadt will sich bis 2023 vom Kraftwerk Lippendorf abkoppeln und die Fernwärme künftig selbst produzieren. Eine gute Idee?

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Leipzig tut gut daran, sich schnell auf das Ende der Braunkohleverstromung vorzubereiten“, pflichtet Marco Böhme von der Linksfraktion bei. Die Kraftwerks-Beschäftigten würden später „für die alternative Wärmeversorgung durch Gaskraftwerke und erneuerbare Energieträger, für Bergbaufolgensanierung und die Demontage stillgelegter Kraftwerke gebraucht.“

LEAG: Wirtschaftlichkeit ist weiter gegeben

Das Kraftwerk Lippendorf deckt nach Angaben seines Betreibers, der Lausitzer Energie und Kraftwerke AG (LEAG), rund 80 Prozent des Leipziger Fernwärmebedarfs. „Die jetzige Entscheidung inmitten der laufenden Gespräche mit den Stadtwerken können wir nicht nachvollziehen“, sagte Unternehmenssprecher Thoralf Schirmer. +

Vom Aus für das Kraftwerk könne aber keine Rede sein. Auch bei völligem Leipziger Fernwärmeverzicht sei „die Wirtschaftlichkeit der betriebenen Anlagen weiterhin gegeben. Die Zahl der Beschäftigten wird davon nicht berührt, da das Kerngeschäft des Kraftwerks die Stromerzeugung ist“, erklärte Schirmer. Die Leipziger Entscheidung sei allerdings „das Gegenteil von ökologischer Vernunft, weil die bislang zur Versorgung der Stadt Leipzig genutzte Abwärme nach 2023 ungenutzt bliebe, die Stromproduktion aber auf gleichbleibend hohem Niveau bleiben wird“, erklärte der LEAG-Sprecher.

Multimedia-Reportage

So funktioniert das Kraftwerk Lippendorf

Von Winfried Mahr

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