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News Stiftung: Hilfe erreicht Schwangere in Krisen oft nicht

Stiftung: Hilfe erreicht Schwangere in Krisen oft nicht

Der neuerliche Fund eines toten Babys in Thüringen offenbart für Fachleute Defizite bei der Unterstützung Schwangerer. „Das Problem ist, dass die bestehenden Angebote offenbar ausgerechnet die Frauen nicht erreichen, die in ihrer Verzweiflung nicht wissen, was sie machen sollen“, sagte Geschäftsführerin Gisela Deußing in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Erfurt. In Mühlhausen hatte die Polizei am Dienstag die Leiche eines neugeborenen Jungen in einem Kühlschrank im Wohnhaus seiner 21-jährigen Mutter gefunden. In den vergangenen Jahren sorgten in Thüringen mehrere Fälle von Kindstötungen für Aufsehen.

Die Stiftung finanziert unter anderem anonyme Entbindungen, die in jedem Krankenhaus in Thüringen möglich sind. Drei solcher Geburten wurden im vergangenen Jahr gezählt. „Manche Frauen sind in extremen Notlagen aber nicht in der Lage, diese Hilfe zu nutzen“, sagte Deußing. Auch die Schwangerschafts- und Familienberatungsstellen hätten ein entscheidendes Manko: „Frauen, die solche Schwierigkeiten haben, sich zu öffnen, dass sie eine Schwangerschaft verschweigen und mit allen Mitteln verbergen, gehen auch nicht in eine Beratungsstelle.“

Problematisch ist für Deußing, dass vor allem Tageszeitungen über Hilfen wie Babyklappen gehören. „Aber nicht jeder liest heute noch eine Zeitung.“ Die Stiftung sieht deshalb vor allem die Frauen- und Kinderärzte als Partner. „Wir wollen die Ärzte gewinnen, in den Praxen beispielsweise Informationsblätter mit Hilfsmöglichkeiten und Kontaktadressen für Schwangere auszulegen und sie so zum Annehmen von Hilfen zu ermutigen.“

Die 1992 gegründete Thüringer Stiftung hat im vergangenen Jahr rund 5000 Schwangere finanziell unterstützt. Sie steht bedürftigen Frauen hauptsächlich bei der Anschaffung der Baby-Erstausstattung zur Seite. Außerdem gewährte sie 500 einkommensschwachen Familien in akuten wirtschaftlichen Notsituationen Zuschüsse von insgesamt rund 450.000 Euro.

Die Stiftung springt ein, wenn sich Familien nicht aus eigener Kraft helfen und auch gesetzliche Leistungen die Not nicht mildern können. Sie wird aus Geldern des Landes und der Bundesstiftung „Mutter und Kind - Schutz des ungeborenen Lebens“ finanziert. Zuschüsse aus dem Stiftungstopf können über die regionalen Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen beantragt werden, über die Vergabe entscheidet ein Stiftungsausschuss.

Gespräch: Katrin Zeiß, dpa

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