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Streit über Nutzung von Notaufnahmen an Kliniken

Geplante Portalpraxen Streit über Nutzung von Notaufnahmen an Kliniken

Die Kassenärztlichen Vereinigungen in Ostdeutschland fordern eine Begrenzung von Leistungen der Notaufnahmen. „Fehl- und Überversorgungen“ müssten begrenzt werden, heißt es in einer Erklärung. Damit wenden sie sich gegen geplante Portalpraxen an Kliniken.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen in Ostdeutschland fordern eine Begrenzung von Leistungen der Notaufnahmen (Symbolfoto).

Quelle: Leipzig Report

Leipzig. Seit Jahren steigen an vielen Kliniken die Zahlen von Patienten in den Notfallaufnahmen, auch in Leipzig. „Rund 30 Prozent der Patienten gehören meist nicht in eine Notfallaufnahme“, sagte bereits im Juni Stefanie Hanschke, Chefärztin der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme am Klinikum St. Georg gegenüber LVZ.de. Politik, Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen (KV) streiten schon länger über den Umgang mit den vollen Wartezimmern.

Nach dem Willen der KV in Thüringen , Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt sollen künftig ambulant nur noch wirkliche Notfälle behandelt werden. In einer gemeinsamen Erklärung plädieren die Vereinigungen für eine Begrenzung des Leistungskatalogs von Klinik-Notfallaufnahmen. Es gehe nun um die Vermeidung von „Fehl- und Überversorgungen“.

Klinikreform für November geplant

Hintergrund der Debatte ist die geplante Klinikreform, die im November vom Bundestag verabschiedet werden soll. Darin sind auch sogenannte Portalpraxen als erste Anlaufstelle für Notfallpatienten vorgesehen. Laut einem Eckpunktepapier des Bundesgesundheitsministeriums zum Änderungsbedarf des geplanten Gesetzes sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen „zukünftig entweder ‚Portalpraxen‘ in bzw. an Krankenhäusern, die sich an der Notfallversorgung beteiligen, als erste Anlaufstelle einrichten oder die Ambulanzen von Krankenhäusern über entsprechende Vertragsvereinbarungen unmittelbar in den vertragsärztlichen Notfalldienst einbinden.“

Portalpraxen seien aus medizinischer und wirtschaftlicher Sicht „vollkommener Unsinn“, kritisierte hingegen Brandenburg KV-Chef Hans-Joachim Helming. Und die Thüringer KV-Vorsitzende Annette Rommel sagte am Dienstag, aufwendige Untersuchungen über die ambulante Akutbehandlung hinaus müssten in der Notaufnahme vermieden werden.

Lipp forderte Gebühr

Ebenfalls im Juni hatte der Leipziger Arzt und Vorsitzende des Hartmannbundes Sachsen, Thomas Lipp gegenüber LVZ.de gefordert, eine Gebühr von mindestens zehn Euro für alle Notfall-Patienten einzuführen. So könnten die Krankhäuser und Notfallaufnahmen entlastet werden.

luc (mit dpa)

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