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Stromsparende Diebe? Solaranlagen in Sachsen zunehmend im Visier von Langfingern

Stromsparende Diebe? Solaranlagen in Sachsen zunehmend im Visier von Langfingern

Diebe in Sachsen haben es zunehmend auf Solaranlagen abgesehen. Vor allem große Anlagen auf Freiflächen sind betroffen, aber auch von Häusern oder Ställen werden Solarmodule und komplette Photovoltaikanlagen abmontiert.

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Steigende Stromkosten lassen offenbar in Sachsen den Diebstahl von Solaranlagen in die Höhe schnellen. Immer öfter verschwinden einzelne Module - oder gleich die gesamte Anlage.

Quelle: dpa

Dresden. „Solarmodule sind hochwertige Wirtschaftsgüter, mit denen sich 30 Jahre lang Strom erzeugen lassen“, sagte der Geschäftsführer der Sächsischen Energieagentur Saena, Christian Micksch. Diebe schlagen vermutlich zu, um angesichts steigender Energiekosten Strom zu sparen oder um sie - beim Klau in großem Stil - weiterzuverkaufen.

Mit Sicherheitszäunen und Stacheldraht versuchen die Betreiber, Langfinger fernzuhalten. Nach Schätzung der Saena gab es im Vorjahr in Sachsen rund 25 000 kleinere und größere Photovoltaik-Anlagen.

Im Jahr 2011 hat sich die Zahl der Diebstähle nahezu verdoppelt: Das Landeskriminalamt (LKA) registrierte 59 Diebstähle von Solaranlagen“ 2010 waren es noch 31. Der Schaden summierte sich auf knapp 357 000 Euro - neun Diebstähle konnten aufgeklärt werden. „Im ersten Halbjahr 2012 haben wir mehr als zehn größere Diebstähle in Sachsen verbucht“, sagte LKA-Sprecher Tom Bernhardt. Zahlen vom gesamten Vorjahr liegen noch nicht vor. Nicht nur auf Module, auch auf Wechselrichter oder Kabel hätten es viele Diebe abgesehen. Oft würden sie schon vor der Montage aus dem Lager verschwinden, so Bernhardt.

Ein Fall im Kreis Görlitz sorgte im Sommer 2011 für Aufsehen: Innerhalb eines Tages hatten Diebe eine große Anlage mit 73 Platten von einem Hausdach abmontiert. Der Schaden: Rund 42 000 Euro. „Die Diebe haben es im Endeffekt oft auf die Kupferkabel abgesehen“, sagte ein Sprecher der Polizeidirektion in Görlitz. Auf den Solarplatten liegen mehrere Kilometer feine Kupferkabel, die beim Schrotthändler viel Geld wert seien. Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass Diebe die Solarplatten weiterverkaufen - etwa nach Osteuropa, wo Solar stärker als hierzulande gefördert wird.

Der 144 Hektar große Solarpark „Waldpolenz“ östlich von Leipzig, ist 2008 in Betrieb gegangen. „Das erste was wir gebaut haben, war ein Sicherheitszaun“, erklärte Sprecherin Jaqueline Manske von der juwi Holding AG. Zudem wird die Anlage mit rund 700 000 Modulen von Kameras überwacht. Dennoch hat es in der Vergangenheit immer wieder vereinzelt Einbrüche gegeben. „Wer will, findet einen Weg.“ Auch der Solarpark Borna setzt auf einen zwei Meter hohen Zaun und zentrale Videoüberwachung, um Diebe von der 80-Hektar-Anlage fernzuhalten.

Das Landeskriminalamt rät, Solarmodule so anzubringen, dass sie sich nur mit Spezialwerkzeug abbauen lassen. Die Zeit spiele bei Diebstählen eine wesentliche Rolle, hieß es. Zudem sollte der Aufstieg aufs Dach möglichst verbaut und der Zugang zu Solarparks gesichert sein.

Christiane Raatz, dpa

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