Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Studie: In Sachsen fehlen 16.700 Erzieherinnen in den Kitas - Gruppen sind zu groß
Region Mitteldeutschland Studie: In Sachsen fehlen 16.700 Erzieherinnen in den Kitas - Gruppen sind zu groß
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:40 25.07.2014
Quelle: Bertelsmann Stiftung
Anzeige
Gütersloh

 

Die am Freitag veröffentlichte Analyse belegt außerdem ein starkes West-Ost-Gefälle beim Personalschlüssel. Darum müsse es bundesweit geltende Qualitätsstandards im Bundes-Kita-Gesetz geben, forderte Jörg Dräger vom Stiftungsvorstand. Der Analyse zufolge muss sich in Ostdeutschland rechnerisch eine Erzieherin um 6,3 Krippenkinder kümmern.

Im Westen kommen im Durchschnitt 3,8 Kinder auf eine Erzieherin. In Bremen und Baden-Württemberg ist eine Erzieherin durchschnittlich für drei Kinder zuständig, in Sachsen-Anhalt hingegen für mehr als sechs Kinder, Sachsen folgt dicht dahinter.

[image:php261tIU20140725095427.jpg]

Ähnlich groß sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern auch in Kitas für Kinder ab drei Jahren. Hier liegt der Personalschlüssel im Westen bei 1 zu 9,1 und im Osten bei 1 zu 12,7. Vorzeigeländer sind erneut Bremen (1 zu 7,7) und Baden-Württemberg (1 zu 8). Am anderen Ende steht Mecklenburg-Vorpommern (1 zu 14,9), auch hier ist Sachsen Vorletzter (1 zu 13,5). Das sind im Freistaat vier Kinder mehr als im Bundesdurchschnitt.

In der Praxis sei das Betreuungsverhältnis sogar noch ungünstiger, hieß es. Tatsächlich könne eine Erzieherin nur 75 Prozent ihrer Zeit für die Kinder aufwenden, der Rest entfalle auf Teamgespräche, Fortbildung und Urlaub. Damit betreue eine Erzieherin im Osten also mindestens acht und im Westen fünf Krippenkinder.

Würden die von der Bertelsmann Stiftung empfohlenen Personalschlüssel für alle Kitas in Sachsen verbindlich gelten, wären 16.700 Erzieherinnen zusätzlich erforderlich - 8.600 für unter Dreijährige und 8.100 für Kinder ab drei Jahren.

Für eine kindgerechte und pädagogisch sinnvolle Betreuung fordert die Stiftung, dass bei den unter Dreijährigen eine Erzieherin für höchstens drei Kinder verantwortlich ist. Für die Altersgruppe ab drei Jahren sollte der Personalschlüssel nicht schlechter als 1 zu 7,5 sein. „Politik und Praxis sollten sich auf bundesweite kindgerechte Standards einigen, damit alle Kita-Kinder in Deutschland gute Bildungschancen haben“, sagte Dräger. 

Seit 1. August 2013 haben Eltern von unter Dreijährigen einen Rechtsanspruch auf ein staatlich gefördertes Betreuungsangebot - entweder in einer Kindertagesstätte oder bei einer Tagesmutter. Es fehlen aber trotz Zuwachses vor allem im Westen in den vergangenen Jahren noch Plätze. Zum 1. März 2014 stand für knapp 662 000 Kinder unter drei Jahren ein Platz zur Verfügung. Das waren 32,5 Prozent der Kleinkinder in diesem Alter. Ursprünglich sollte es bis Inkrafttreten des Rechtsanspruchs 750 000 Betreuungsangebote geben.

mro/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Über die Hälfte der bei der Europawahl im Mai abgegebenen Stimmzettel kam in Sachsen von einem Ü-50-Jährigen. Die gesamte Wahlbeteiligung lag ohne Briefwahl bei 44,9 Prozent und damit 0,5 Prozentpunkte über dem Wert von 2009, teilte das Statistische Landesamt am Donnerstag mit.

24.07.2014

Rund 2,88 Millionen Euro sind 2013 in Sachsen in Form von Geldbußen oder -auflagen an Vereine und Verbände gezahlt worden. Verhängt wurden nach Angaben des Oberlandesgerichts (OLG) in den Verfahren sogar Bußen und Auflagen von insgesamt rund 3,13 Millionen Euro.

24.07.2014

Das von Bayern verbotene Neonazi-Netzwerk „Freies Netz Süd“ (FNS) ist nach Darstellung der Linken-Politikerin Kerstin Köditz auch in Sachsen aktiv. „Die Kameradschaft „Revolutionäre Nationale Jugend“ gilt als Ableger des FNS im Vogtlandkreis und wird durch sächsische Neonazis getragen“, sagte Köditz am Mittwoch in Dresden.

23.07.2014
Anzeige