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Mitteldeutschland Studie: Nur wenige DDR-Marken haben überlebt
Region Mitteldeutschland Studie: Nur wenige DDR-Marken haben überlebt
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17:08 09.12.2009
In der Rotkäppchen-Mumm-Sektkellerei in Freyburg bereitet Mitarbeiterin Ilona Kaiser überdimensionale Werbesektflaschen für eine Veranstaltung vor. Quelle: dpa
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Erfurt

Von geschätzten mehr als 700 DDR-Marken gibt es 20 Jahre nach dem Mauerfall lediglich noch rund 120. Das belegt eine Studie der Empirischen Gesellschaftsforschung Hamburg, die am Mittwoch in Erfurt vorgestellt wurde. Aber die wenigen Überlebenden feiern heute wieder erstaunliche Erfolge - vor allem in den neuen Ländern. „Es gibt einen starken Retro-Trend, der den Ostmarken viele Türen öffnet“, sagt Christian Duncker, Verfasser der Studie, für die das Management von etwa 80 Unternehmen befragt wurde.

Im Internet mehren sich Plattformen, auf denen ausschließlich DDR- Markenprodukte feilgeboten werden. Der Versandhandel mit Ostprodukten blüht, erste Discounter gehen sogar mit einer Ost-Markenstrategie in die Offensive. Verbraucheranalysen zeigen, dass die Ostdeutschen zu einer ausgeprägten Markentreue neigen. Dafür müssen die Produkte allerdings auch preisgünstig sein, denn die Verbraucher in den neuen Bundesländern reagieren sensibler auf Preise, erklärt Duncker. Daher ist es nicht verwunderlich, dass knapp 66 Prozent der Ost-Marken im mittleren Preissegment liegen.

Auch Mitarbeiterin Nicole Thürkind bereitet überdimensionale Werbesektflaschen vor. Quelle: dpa

Das Erfolgsgeheimnis ihrer Produkte sehen die meisten Firmenchefs in der Bekanntheit aus der Vorwendezeit. 80 Prozent der befragten Manager nennen diesen Punkt als entscheidenden Faktor, erst mit deutlichem Abstand folgen Qualität (54,3 Prozent) und Innovation (30,9 Prozent). „Ein Großteil der Produkte war in der DDR Bückware, das ist offensichtlich in den Hinterköpfen haften geblieben.“ Im Westen tun sich die Ost-Produkte dagegen meist schwerer. „Die Verlagerung der Absatzgebiete gen Westen wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen“, ist Duncker überzeugt.

Dafür dürften die Unternehmen - von denen zwei Drittel in den Händen von Ost-Inhabern sind - allerdings nicht nur auf die Vergangenheit setzen. Nicht alle Marken seien heute so aufgestellt, dass sie sich auch morgen noch gut im Wettbewerb behaupten könnten, sieht Duncker Defizite. Bei vielen Firmen sieht er Handlungsbedarf. „Diese werden sich keine weiteren 20 Jahre auf dem Erfolgsfaktor „Bekanntheit und Vertrauen“ ausruhen können.“

So kommt die Untersuchung zu dem Schluss, dass wichtige Medien wie Zeitungen, Radio und Fernsehen bisher zu wenig für die Werbung von DDR-Marken genutzt werden. „Die reine Bekanntheit hilft einer Marke auf Dauer nur wenig“, meint Niels von Haken, Geschäftsführer der MDR- Werbung GmbH, die diese Studie herausgegeben hat.

Annett Gehler, dpa

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