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News Studie: Sachsen halten nicht mehr zusammen – Toleranz bei sexueller Orientierung

Studie: Sachsen halten nicht mehr zusammen – Toleranz bei sexueller Orientierung

25 Jahre nach der friedlichen Revolution ist der gesellschaftliche Zusammenhalt in Sachsen einer Studie zufolge schwächer als in den meisten anderen Bundesländern.

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In puncto Zusammenhalt hat sich der Abstand der Ostländer zum Westen seit den 1990er Jahren sogar vergrößert, hat die Bertelsmann-Stiftung herausgefunden.

Quelle: Screenshot

Gütersloh. Nur Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt schneiden laut dem „Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt“, mit dem die Bertelsmann Stiftung die Entwicklung der sozialen Beziehungen der Deutschen seit der Wiedervereinigung untersucht, schlechter ab.

In puncto Zusammenhalt hat sich der Abstand der Ostländer zum Westen seit den 1990er Jahren sogar vergrößert, wie die Stiftung am Montag mitteilte. Den Zusammenhalt haben die Macher der Metastudie anhand von neun Dimensionen ermittelt, die wiederum in die drei Bereiche „Soziale Beziehungen“, „Verbundenheit“ und „Gemeinwohlorientierung“ gruppiert wurden. In sieben der neun Dimensionen schnitten die Sachsen schlechter ab als der Bundesdurchschnitt. Schon direkt nach der Wiedervereinigung sei das Vertrauen in Mitmenschen im Osten erheblich niedriger als im Westen gewesen, heißt es. Und daran habe sich bis heute kaum etwas geändert, auch wenn Sachsen unter den Ostländern noch relativ gut abschneide.

„Vertrauen in Menschen ist ebenso wertvoll wie zerbrechlich. Eine Vertrauensbasis ist schnell zerstört - sie wieder aufzubauen, erfordert Zeit und Geduld“, erklärte Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung. Beim Vertrauen in Institutionen wie Justiz und Polizei hätten die Sachsen jedoch einen kräftigen Sprung nach oben gemacht.

Die geringsten Unterschiede zwischen Ost und West gibt es bei der Orientierung am Gemeinwohl. In der Dimension Solidarität und Hilfsbereitschaft schneidet Sachsen der Studie zufolge deutlich besser ab, als die vier anderen ostdeutschen Länder. Während sich die Menschen im Freistaat in puncto Vielfalt heute toleranter gegenüber anderen sexuellen Orientierungen zeigen als noch vor Jahren, akzeptieren sie ein gesellschaftspolitisches Engagement von Zuwanderern weniger als die Menschen in anderen Bundesländern. Deutlich sei der Unterschied zwischen Ost und West bei der Beurteilung der Verteilungsgerechtigkeit, heißt es in der Untersuchung. Demnach empfinden 29 Prozent der Sachsen ihren Anteil am Wohlstand als gerecht. Anfang der 1990er Jahre hätten das lediglich 19 Prozent getan.

Trotz dieser Steigerung liege der Freistaat noch deutlich hinter Hamburg, wo 61 Prozent mit ihrem Lebensstandard zufrieden seien. „Je höher das Bruttoinlandsprodukt eines Bundeslandes, je niedriger das Armutsrisiko, je urbaner das Wohnumfeld und je jünger die Bevölkerung, desto höher der Zusammenhalt“, fasste Kai Unzicker,

Experte für gesellschaftliche Entwicklung in der Bertelsmann Stiftung, die Ergebnisse der Studie zusammen. Damit werde auch klar, dass die Ausgangslage für starken Zusammenhalt im Osten deutlich schlechter sei als im Westen.

dpa

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