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Mitteldeutschland TU Dresden beklagt Finanzloch von 50 Millionen Euro - Tillich: Hochschulen nicht unterfinanziert
Region Mitteldeutschland TU Dresden beklagt Finanzloch von 50 Millionen Euro - Tillich: Hochschulen nicht unterfinanziert
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18:48 27.01.2012
Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden (Archivbild). Die Uni Dresden hat so viele Studenten wie seit 20 Jahren nicht mehr. Für einen solchen Ansturm ist sie nicht gerüstet. Der Rektor sieht mangels Geld Forschung und Lehre zunehmend gefährdet. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Im Schnitt erhielten Hochschulen pro Student und Jahr rund 8600 Euro an Zuwendungen, in Sachsen seien es etwa 2000 Euro weniger. In den vergangenen Jahren seien die Mittel stetig gekürzt worden, rechnete Müller-Steinhagen vor. Auf der anderen Seite verzeichne die TU steigende Studentenzahlen. Rund 36 500 Studierende sind seinen Angaben zufolge derzeit eingeschrieben - so viele wie seit 20 Jahren nicht mehr.

„Gehen die Kürzungen weiter, sind Forschung und Qualität der Lehre gefährdet“, sagte Steinhagen. Bereits jetzt müssten Mitarbeiter von außeruniversitären Forschungseinrichtungen einspringen, um Lehrveranstaltungen abzudecken. Manche Mitarbeiter der TU würden sogar freiwillig und unbezahlt die Lehre unterstützen. Derzeit liefen Verhandlungen mit allen Fakultäten über Stellenstreichungen und die Einstellung von Studiengängen. Im Frühjahr würden erste konkrete Pläne bekanntgegeben werden.

Steinhagen erwartet aber keine negativen Auswirkungen für Dresdens Bewerbung als „Elite-Uni“. Die Zahlen seien dem Wissenschaftsrat bekannt. „Dennoch sind wir hervorragend aufgestellt.“ Als einzige Universität in den neuen Ländern geht die TU ins Rennen um die begehrte Auszeichnung. Die Entscheidung fällt in diesem Sommer.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) zeigte sich verwundert über die Äußerungen des Rektors, zumal er erst kürzlich Kontakt zu Steinhagen gehabt habe. Er versicherte, dass im Falle einer erfolgreichen Exzellenzbewerbung auch entsprechende Finanzen zur Ausstattung fließen würden. Das sei zwischen ihm und dem Rektor vereinbart.

Jenseits dieses Problems sagte Tillich: „Die Frage ist auch, ob man Masse statt Klasse haben will.“ Da müssten sich die Hochschulen entscheiden. „Ich kann mir auch eine TU mit 150 000 Studenten vorstellen“, spitzte Tillich zu. Das hätte aber eben Abstriche an der Qualität zur Folge. „Ich glaube nicht, dass die sächsischen Universitäten unterfinanziert sind.“ Die Unis müssten ihre Budgets lokal steuern.

Sachsen will voraussichtlich bis 2020 mehr als 1000 Stellen an den Hochschulen kürzen - das Gros davon ab dem Jahr 2016. Dagegen gibt es immer wieder Proteste.

dpa

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