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Mitteldeutschland Tarifeinigung im öffentlichen Dienst – 2,1 Millionen Angestellte bekommen mehr Geld
Region Mitteldeutschland Tarifeinigung im öffentlichen Dienst – 2,1 Millionen Angestellte bekommen mehr Geld
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21:21 01.04.2014
Innenminister Thomas de Maiziere (links) und Verdi-Chef Frank Bsirske reichen sich in Potsdam die Hand. Arbeitgeber und Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes haben sich im Tarifstreit geeinigt. Quelle: dpa
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Potsdam

Im kommenden Jahr gibt es nochmals 2,4 Prozent mehr. Darauf haben sich am Dienstag in Potsdam Arbeitgeber und Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes geeinigt.

Die Vergütungen der Auszubildenden steigen demnach dieses Jahr um 40 Euro und 2015 um 20 Euro. Außerdem wird der Urlaubsanspruch ab sofort für alle Beschäftigten einheitlich auf 30 Tage angehoben, für Auszubildende von 27 auf 28 Tage.

Geringverdiener profitieren besonders

Besonders Geringverdiener profitieren von dem Abschluss: In den untersten Einkommensgruppen entspricht der Mindestbetrag von 90 Euro einem Einkommensplus bis zu 7,6 Prozent. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will den Abschluss auch auf die Beamten des Bundes übertragen.

Verdi und der dbb-Beamtenbund hatten einen Sockelbetrag von 100 Euro und zusätzlich 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt gefordert. Die Arbeitgeber hatten in den ersten beiden Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt.

De Maizière und Verdi-Chef Frank Bsirske sprachen übereinstimmend von einem „guten und fairen Ergebnis“. Die Arbeitgeberseite habe Verständnis für den Wunsch nach einer sozialen Komponente gehabt und deswegen dem Mindestbetrag von 90 Euro zugestimmt, sagte der Minister. Der Abschluss sei in der Höhe vergleichbarer Ergebnisse und „im kommenden Jahr eher am unteren Rand.“

Verdi bejubelt „einen der besten Tarifabschlüsse dieses Jahres“

Die 2,1 Millionen Angestellten im öffentlichen Dienst bekommen deutlich mehr Geld. Quelle: dpa

Bsirske sprach von „einem der besten Tarifabschlüsse dieses Jahres“. Der Lohnabstand zur Privatwirtschaft werde geringer und der öffentliche Dienst „fitter bei dem Wettbewerb um Nachwuchskräfte“. Müllwerker, Krankenschwestern und Erzieherinnen bekämen eine Wertschätzung, die ihnen zustehe. „Der Abschluss liegt deutlich über der Preissteigerung und ist somit eine deutliche Reallohnsteigerung“, sagte Bsirske.

Der dbb-Verhandlungsführer Willi Russ sagte, die Ziele der Gewerkschaften seien weitgehend erreicht worden - bis auf „offene Stellen“ bei den Beschäftigten im Nahverkehr. Der Chef der kommunalen Arbeitgeber, Thomas Böhle, sprach von einem vernünftigen Ergebnis. Einigen Kommunen werde es schwer fallen, die Erhöhungen zu tragen. Der konjunkturelle Aufschwung sei nicht überall angekommen. Nach Rechnung von Böhle kommen auf die Kommunen in diesem Jahr 2,55 Milliarden Euro und 2015 rund 2 Milliarden Euro Mehrausgaben zu.

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Verdi-Mitglieder stimmen über Empfehlung ab

Bundesweit hatten in den vergangenen Wochen Angestellte für mehr Lohn gestreikt. In Leipzig blieben an zwei Tagen zahlreiche Kitas und Horte geschlossen, die Stadtreinigung stellte teilweise ihren Dienst ein, in Dresden wurde der öffentliche Nahverkehr lahmgelegt.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund zeigte sich erleichtert, auch wenn der Kompromiss „an die Schmerzgrenze“ gehe. In einzelnen Städten und Gemeinden werde sie sogar überschritten, beklagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg.

Verdi beklagte, dass für den Nahverkehr die Arbeitgeber eine Zulage oder zusätzliche freie Tage als Ausgleich für die Belastung verweigert hätten, insbesondere für die Fahrer. Deshalb müssten beispielsweise in Nordrhein-Westfalen die Tarifverhandlungen für den Nahverkehr fortgesetzt werden. Auch für die Krankenhäuser seien die Arbeitgeber nicht bereit gewesen, die Nachtdienstzuschläge um 75 Cent zu erhöhen. „Dies ist bedauerlich, weil es der sonst von den Arbeitgebern geforderten Aufwertung gerade der Pflegeberufe eklatant widerspricht“, sagte Bsirske.

Jetzt werden die Verdi-Mitglieder im öffentlichen Dienst über die Empfehlung abstimmen. Der Tarifvertrag soll eine eine Laufzeit bis zum 29. Februar 2016 haben.

dpa/nöß

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