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Tillich: Sind zu idealistisch an Flüchtlingskrise herangegangen

Kurskorrektur Tillich: Sind zu idealistisch an Flüchtlingskrise herangegangen

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat eine gewisse Blauäugigkeit der Politik in der Flüchtlingskrise eingeräumt. „Wir sind in den vergangenen Monaten zu idealistisch an die Flüchtlingskrise herangegangen“, sagte der CDU-Politiker in einem Zeitungsinterview.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (Archivfoto).

Quelle: dpa-Zentralbild

Berlin. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat eine gewisse Blauäugigkeit der Politik in der Flüchtlingskrise eingeräumt. „Wir sind in den vergangenen Monaten zu idealistisch an die Flüchtlingskrise herangegangen“, sagte der CDU-Politiker der Zeitung „Die Welt“ (Montag) mit Blick auf die massenhaften Übergriffe auf Frauen in Köln in der Silvesternacht.

„Wir haben von hervorragend ausgebildeten Flüchtlingen gesprochen, die unser Land weiterbringen werden. Wir haben allen Flüchtlingen unterstellt, sie würden nach ihren Leidenswegen so froh sein, hier in Frieden leben zu dürfen, dass sie niemanden etwas Böses antun. Köln hat uns ein Menschenbild gezeigt, das wir bisher ignoriert haben.“

In der Silvesternacht waren am Kölner Hauptbahnhof massenhaft Frauen von einem Männer-Mob umzingelt, begrapscht und ausgeraubt worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die meisten Täter nordafrikanischer und arabischer Herkunft sind. Tillich räumte mit Blick auf die Pegida-Demos in Dresden, die linksextreme Szene in Leipzig und die jüngsten rechtsextremen Ausschreitungen zudem ein, dass Sachsen ein Problem mit Extremismus habe.

Darauf müsse hart reagiert werden. „Wir müssen klarmachen, dass es keine rechtsfreien Räume gibt.“ Pegida werde ein Fall für die Justiz und die Strafverfolgungsbehörden, so der CDU-Politiker weiter. „Pegida ist nicht nur ausländerfeindlich, sondern ruft jetzt auch zu Gewalt gegen andere auf. Die Bewegung, die sich öffentlich friedlich gibt, hat sich jetzt entlarvt.“

Von LVZ

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