Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Tillich warnt vor Verharmlosung der DDR - "Erinnerung muss wachgehalten werden"
Region Mitteldeutschland Tillich warnt vor Verharmlosung der DDR - "Erinnerung muss wachgehalten werden"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:12 03.10.2014
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Quelle: dpa
Dresden

„Es ist wichtig, weil die friedliche Revolution ein Aufbegehren gegen den Unrechtsstaat war“, sagte Tillich am Freitag bei einer Feierstunde im Sächsischen Landtag.

„Wir dürfen nicht dahin kommen, die Erinnerung an die DDR in immer kleinere Anekdoten, in immer kleinere Päckchen zu packen, auf denen am Ende draufsteht: „Nicht so schlimm“.“ Vor rund 400 geladenen Gästen mahnte Tillich, beim Blick zurück müsse ein Gesamtbild der DDR gezeichnet werden - in dem das Schicksal der Heimkinder nicht fehlen dürfe ebenso wie die Bausoldaten, der Schießbefehl an der innerdeutschen Grenze, die Maueropfer, die Stasi. In einem solchen Bild sei „kein Platz für eine romantische Verklärung der DDR-Diktatur“, sagte der Ministerpräsident.

Tillichs Rede im Wortlaut

An die jüngeren Generationen, die die friedliche Revolution nicht miterlebt haben, müsse dieses vollständige Bild der DDR weitergegeben werden. Die Festrede bei der Feierstunde im Landtag hielt die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Freya Klier. Auch sie forderte eine Auseinandersetzung mit den Repressionen und Unfreiheiten in der DDR ein. „War die DDR etwa kein Unrechtsstaat?“, fragte Klier. „25 Jahre nach dem Ende des Regimes, das den DDR-Bürgern fast ein halbes Jahrhundert die Freiheit geraubt hat, sollten die DDR-Nostalgiker ihren eigenen Lebenslügen allmählich ein Ende bereiten.“ 

Der Gastgeber, Landtagspräsident Matthias Rößler, sagte, beim Gedenken an die friedliche Revolution müssten die Zeitzeugen die persönlichen Erinnerungen stärker hervorkehren. „Jeder von uns hat da eine eigene Geschichte, eine eigene Perspektive. Wenn wir heute und auch künftig an einzelne Etappen der Geschichte erinnern, so sollten wir vielleicht stärker als bisher die persönliche Erinnerung einer erlebten Geschichte den großen Erzählungen der Geschichtsschreibung zur Seite stellen.“ Nur so könnten die Emotionen - der Mut, die Angst, die Leidenschaftlichkeit - die die Menschen damals antrieben, vermittelt werden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Franziska Pohle hält eine Zigarette zwischen ihren Fingern mit den manikürten Nägeln. Ihre French Nails haben schwarze Kohlespuren. Die andere Hand steckt in der Tasche ihrer blauen Arbeitshose.

03.10.2014

Stasi-Chef Erich Mielke ließ einer neuen Analyse zufolge auch Dossiers über SED-Spitzenfunktionäre anlegen. Mielke habe kompromittierende Akten in einem geheimen Archiv namens „Rote Nelke“  gehortet, teilten die Stasi-Forscher Helmut Müller-Enbergs und Christian Booß mit.

03.10.2014

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bedauert das Fehlen eines Einheitsdenkmals. De Maizière sagte der „Welt am Sonntag“ (Feiertagsausgabe zum 3. Oktober), der 9. November sei der Tag des Volkes gewesen, das die Mauer geöffnet habe.

03.10.2014