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Trend zu Billigbestattungen in Sachsen - naturnahe Grabstätten sind gefragt

Trend zu Billigbestattungen in Sachsen - naturnahe Grabstätten sind gefragt

Die Bestatter in Sachsen bekommen zunehmend Konkurrenz von Billiganbietern. „Vor allem in Chemnitz oder in den ländlichen Regionen drängen immer mehr auf den Markt“, sagte der Obermeister der Landesinnung der Bestatter, Werner Billing, in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

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Auf dem Leipziger Südfriedhof werden im Kolumbarium Urnen in Nischen untergebracht und mit einer Grabplatte verschlossen.

Quelle: dpa

Dresden. Viele Angehörige müssten an allen Ecken und Enden sparen - und entschieden sich für Feuerbestattung, preiswerte Särge, die Beerdigung in Gemeinschaftsgräbern oder auf der grünen Wiese.

Den Trend zur Billigbestattung und die Folgen zeigt nach Ansicht von Billing auch der jüngste Fall aus Berlin: Diebe hatten dort Mitte Oktober einen Transporter mit zwölf Leichen gestohlen, die in das Krematorium Meißen zur Einäscherung geschafft werden sollten. „Viele entscheiden sich nicht für den besten, sondern für den billigsten Anbieter“, kritisierte Billing. Und nähmen dafür lange Fahrtwege in Kauf - oder auch, dass mehr Leichen als üblich zusammen transportiert würden. „Ich fahre in meinem Leichenwagen immer nur zwei Verstorbene“, erklärte der Bestatter.

Gelegentlich gebe es auch Anfragen zu einer Einäscherung in Tschechien. Dort sei die Verbrennung zwar preiswerter, allerdings fresse der Fahrtweg die Einsparung wieder auf. „Ich mache außerdem keinen Leichentourismus“, sagte Billing. In Sachsen starben im vergangenen Jahr rund 50.600 Menschen - 86 Prozent erhielten eine Feuerbestattung. Die Kosten dafür liegen bei etwa 1400 Euro. Hinzu kommen jeweils noch die Kosten für die Trauerfeier und die Friedhofsgebühren, die sich von Stadt zu Stadt unterscheiden.

In Leipzig fällt für ein einfaches Urnen-Reihengrab 191 Euro an, ein Erdgrab ist mit rund 400 Euro doppelt so teuer. Von den Menschen, die 2011 auf den Friedhöfen der Stadt beerdigt wurden, hatten sich knapp 94 Prozent für eine Feuerbestattung mit anschließender Urnenbeisetzung entschieden. „Diese hohe Zahl ist hier schon seit etwa 30 Jahren zu verzeichnen“, sagte der Abteilungsleiter Friedhöfe, Albrecht Graichen.

Gefragt seien zunehmend auch Baumbestattungen, wie sie etwa auf dem Südfriedhof möglich sind. Auch von außerhalb gebe es immer mehr Anfragen, hieß es. Mit dem sanierten Kolumbarium erinnert der Südfriedhof zudem an eine alte Bestattungstradition: Die Urnen werden hier in Nischen untergebracht und mit einer Grabplatte verschlossen - Pflege fällt nicht an.

Auch in Dresden sind pflegeleichte, naturnahe Grabstätten beliebt, wie etwa Baumgräber auf dem Heidefriedhof. „Die Nachfrage ist groß“, sagte eine Sprecherin. Die Urnen ruhen für 20 Jahre unter dem Waldboden, mancherorts erinnern kleine Grabmale an die Verstorbenen.

In Chemnitz zählen Erdbestattungen mittlerweile sogar zu den Ausnahmen. Gerade einmal 35 gab es im vergangenen Jahr. Die Zahl der Urnenbestatttungen machte mit 2500 den Großteil aus. Immer mehr Angehörige können allerdings das Geld für ein Begräbnis überhaupt nicht aufbringen. Allein bis Ende September musste die Stadt in 242 Fällen einspringen und dafür rund 152 000 Euro zahlen.

Mit Gottesdiensten und Andachten auf knapp 1000 Friedhöfen gedenken die evangelischen Christen in Sachsen am Totensonntag (25. November) der Verstorbenen. An dem auch als Ewigkeitssonntag bezeichneten Tag besuchen traditionell viele Angehörige die Ruhestätten und schmücken die Gräber.

dpa

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