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News Trillerpfeifen und Luftballons gegen Rechtsrock in Themar

Protest gegen Neonazis Trillerpfeifen und Luftballons gegen Rechtsrock in Themar

Die kleine Stadt Themar in Thüringen hat das dritte Rechtsrock-Konzert in diesem Jahr hinter sich. Ein Bündnis für Demokratie ging erneut dagegen auf der Straße.

Rund 150 Menschen demonstrierten gegen ein Rechtsrock-Konzert in Themar.

Quelle: dpa

Themar. Das dritte Open-Air-Konzert der rechtsextremen Szene binnen weniger Monate ist in Themar auf lautstarken, aber friedlichen Protest von Einwohnern gestoßen. Etwa 150 Menschen beteiligten sich am Samstag an einer Demonstration durch die Kleinstadt im südthüringischen Kreis Hildburghausen, wie eine Polizeisprecherin sagte. Mit Trillerpfeifen und Blasmusik zogen die teilweise kostümierten Menschen zum Konzertgelände und ließen dort bunte Luftballons steigen.

Zuvor ware etwa 90 Menschen zu einem Friedensgebet gekommen. Zu der als politische Versammlung angemeldeten Rechtsrock-Veranstaltung kamen laut Polizei rund 1000 Menschen aus Deutschland, der Schweiz, Tschechien, Polen, Italien und der Slowakei.

Die Polizei, die in Themar mit einem Großaufgebot im Einsatz war und von Einsatzkräften aus Sachsen-Anhalt unterstützt wurde, registrierte 17 Straftaten, darunter wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Verstößen gegen das Waffengesetz und gegen das Versammlungsgesetz und wegen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Gegen fünf Konzertbesucher wurden Platzverweise ausgesprochen. Vier Männer wurden zur Durchsetzung dieser Verweise in Gewahrsam genommen. Auf Seiten der Gegendemonstranten nahmen die Beamten eine Anzeige wegen Beleidigung eines Polizisten auf.

Die Linke-Landtagsabgeordnete Katharina König-Preuss und das Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra, die zu den Protesten aufgerufen hatten, zeigten sich zufrieden mit dem Polizeieinsatz. Das Vorgehen der Polizei sei „definitiv repressiver als beim ersten Konzert am 15. Juli“ gewesen, sagte König-Preuss am Sonntag. Damals waren 6000 Anhänger der rechtsextremen Szene nach Themar gekommen.

Zusätzliche Polizeikontrollen

Ähnlich äußerte sich ein Bündnis-Sprecher. Die Polizei habe am Einlass streng etwa auf sichtbare Szene-Tätowierungen geachtet, sagte König-Preuss. Ein grundsätzliches Problem bei solchen Konzerten sei allerdings, dass das Geschehen im Veranstaltungszelt selbst, etwa das Zeigen des Hitler-Grußes durch Teilnehmer, polizeilich nur eingeschränkt beobachtet werden könne. Die Politikerin war mit einer Beobachtungsgruppe von Landtagsabgeordneten in Themar.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) sagte, die zusätzlichen Polizeikontrollen seien das Ergebnis einer Diskussion mit Polizeiführern. Dabei sei überlegt worden, wie man den Konzertbesuchern signalisieren könne, dass auch die Beamten sie ganz genau im Blick hätten. „So ein bisschen soll's ungemütlich werden für die“, sagte Maier der Deutschen Presse-Agentur. Maier hatte sich selbst an der Demonstration gegen das Konzert beteiligt.

Der Minister zeigte sich zugleich überzeugt, dass es möglich sei, Themar als Veranstaltungsgelände für die Rechtsextremen unattraktiv zu machen. Wenn infolge von gesellschaftlichem und staatlichem Druck die Besucherzahlen der Konzerte sinken würden, mache die Szene dort nicht mehr so große Gewinne. „Dann werden die nicht mehr wiederkommen“, sagte er. Das Ziel der Konzerte dort sei eindeutig, Geld für die Szene zu beschaffen.

Das knapp 3000 Einwohner zählende Themar war zum dritten Mal in diesem Jahr Schauplatz eines Rechtsrock-Konzerts. Auch zwei Konzerte im Juli waren als Versammlung angemeldet worden.

LVZ

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