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Mitteldeutschland Trotz Staus auf Autobahnen - Keine 24-Stunden-Baustellen in Sachsen
Region Mitteldeutschland Trotz Staus auf Autobahnen - Keine 24-Stunden-Baustellen in Sachsen
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17:43 31.05.2018
Symbolbild Quelle: dpa
Leipzig

Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) wirbt um Verständnis für die vielen Autobahnbaustellen und damit einhergehende Staus. Er verstehe den Ärger, sagte Dulig am Donnerstag im Landtag: „Das nervt.“ Doch all diese Maßnahmen kämen nicht überraschend. Auch die derzeitige Häufung sei nichts Ungewöhnliches. Das Problem seien die steigenden Verkehrszahlen. Die meisten Staus würden durch Unfälle etwa beim Einfädeln entstehen und nicht durch Baustellen.

Zwei Baustellen auf der A4, die in Dresden für besonderen Unmut sorgen, erwähnte Dulig an erster Stelle. Die Sanierung der Saubachtalbrücke in Wilsdruff sei jetzt erforderlich, weil sie sonst im kommenden Jahr komplett gesperrt werden müsse. Die Arbeiten sollen am 30. Juni enden. Die Erneuerung der Fahrbahn zwischen den Anschlussstellen Dresden-Altstadt und Dresden West soll im Herbst vollendet sein. Für die Baustelle Marsdorf auf der A4 gilt der Termin Ende August, für die Maßnahmen am Kreuz Chemnitz Ende Juli.

Baufirmen sperren sich gegen Arbeit in drei Schichten

Nach den Worten von Dulig wird bei jeder Baustelle die optimale Form des Betriebes vorher geprüft. Man habe auch schon mit Malus- und Bonus-Varianten gearbeitet. Inzwischen sei es aber auch so, dass man bei Ausschreibungen für Drei-Schicht-Betrieb keine Angebote mehr erhalte. Solche Aufträge seinen für Baufirmen sehr komplex.

Der sächsische FDP-Politiker Torsten Herbst - Obmann seiner Partei im Verkehrsausschuss des Bundestages - kritisierte das Problemmanagement im Ministerium und warf Dulig Einfallslosigkeit vor. „Während laut Auskunft der Bundesregierung allein 2017 mehrere Bundesländer die Möglichkeit von 24 Stunden-Baustellen genutzt haben, hat Sachsen keine einzige Nachtbaustelle unterhalten“, sagte Herbst der Deutschen Presse-Agentur. Er halte es für eine Ausrede, dass sich keine Baufirmen für eine Baustelle Rund-um-die-Uhr finden lassen. Die zusätzlichen Kosten für Nachtbaustellen würden bei weitem den volkswirtschaftlichen Schaden durch kilometerlange Staus aufwiegen.

„Andernorts erhalten Baufirmen zudem Prämien, wenn sie Baumaßnahmen vorzeitig abschließen“, sagte Herbst. Auch könne eine digitale Verkehrssteuerung den Verkehrsfluss an Baustellen verbessern: „Die steigende Verkehrsbelastung vom Dreieck Nossen bis zum Dreieck Dresden-Nord ist seit langem bekannt – das hätte auch beim Baustellenmanagement berücksichtigt werden müssen. Der sächsische Verkehrsminister hat die Situation jedoch völlig verschlafen.“

Dulig kündigte an, noch im Sommer beim Bund den achtspurigen Ausbau der A4 in Richtung Nossen und den Ausbau der A4 auf sechs Spuren in Richtung Burkau zu beantragen. Die Belastungszahlen seien unterdessen so groß, dass dies gerechtfertigt ist. Bisher stehen die Projekte noch nicht im Bundesverkehrswegeplan.

dpa

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