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Mitteldeutschland Trotz des Kohleausstiegs: In Sachsen ist Bergbau-Nachwuchs weiter gesucht
Region Mitteldeutschland Trotz des Kohleausstiegs: In Sachsen ist Bergbau-Nachwuchs weiter gesucht
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13:00 04.12.2018
Blick auf das Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ der TU Bergakademie Freiberg: Die Hochschule in Mittelsachsen ist die älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt. Quelle: dpa
Freiberg

Trotz der Diskussion um den Ausstieg aus der Braunkohle ist in Sachsen weiterhin Bergbau-Nachwuchs gefragt. „Der Bergbau hat Zukunft, er ist unverzichtbar für das Leben“, sagte Oberberghauptmann Bernhard Cramer zum Barbaratag, dem Gedenktag der Schutzpatronin der Bergleute, am 4. Dezember.

Ohne die Arbeit der Bergmänner gäbe es weder Energie und Technik noch könne gebaut werden. „Die Frage, ob er auch in 100 Jahren gebraucht wird, erübrigt sich.“ Die Herausforderungen für Bergmänner wachsen, erklärte Cramer, dessen Oberbergamt im mittelsächsischen Freiberg seinen Sitz hat.

Laut den Angaben des Behördenchefs ist die Beschäftigtenzahl in der Branche im Freistaat seit zehn, 15 Jahren konstant. „Es werden Leute gebraucht und gesucht“, sagte er auch mit Verweis auf den derzeitigen Generationswechsel.

Mit der TU Bergakademie Freiberg gibt es in Sachsen eine der renommiertesten Ausbildungseinrichtungen für die Branche. Sie ist die älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt.

„Wir haben immer wieder Bedarf, junge Menschen einzustellen, sie auszubilden und fit zu machen für Bergbau, Sanierung, Verwaltung und Bergsicherung.“ Vom Bergmann über Techniker und Ingenieure bis zum Beamten ist das im Freistaat möglich.

Auch trotz der Debatte um den Ausstieg aus der Braunkohle sei der Beruf kein Auslaufmodell, allerdings weniger nachgefragt, sagte Cramer. „Gerade bei jungen Menschen ist die Neigung zu technischen Berufen geringer als zu administrativen.“

Und die Anforderungen im Bergbau seien härter als anderswo, trotz der Technik. „Die Verbindung von Technik, Natur, Gefahren und sehr viel Verantwortung reizt am Ende dann doch die Richtigen.“

Laut Angaben von Cramer ist die Zahl der Bergleute in Sachsen seit dem Ende der DDR massiv zurückgegangen – von einst rund 37.000 auf etwa 4500 direkt Beschäftigte. Inzwischen arbeiten nur noch etwa 100 unter Tage. Knapp 2000 Bergleute sind in Steinbrüchen, weitere gut 2000 im Braunkohletagebau tätig.

„Und es gibt etwa zehn Unternehmen der Bergsicherung, wo unter widrigen Bedingungen gearbeitet wird.“ Die Wismut hat ihre Untertage-Tätigkeit laut Cramers Angaben im Wesentlichen abgeschlossen. „Und von einst 20 aktiven Braunkohlegruben sind noch drei geblieben.“

Wann in den beiden sächsischen Braunkohlerevieren – im Mitteldeutschen Revier südlich von Leipzig und in der Lausitz – die Förderung beendet wird, ist noch unklar. Denn die Kohlekommission der Bundesregierung, die darüber beraten soll, tagt länger als geplant und wird ihr Konzept für den Kohleausstieg erst Ende Januar oder Anfang Februar vorlegen.

Auf Druck vor allem der ostdeutschen Kohleländer soll zunächst eine Arbeitsgruppe innerhalb der Kommission „Wachstum Strukturwandel und Beschäftigung“ weitere Vorschläge für einen Strukturwandel erarbeiten. Sie sei beauftragt, dazu Gespräche mit Bund und Ländern zu führen, hatten die vier Vorsitzenden der Kommission zuletzt erklärt.

Von dpa

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