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Mitteldeutschland Trotz fallender Marktpreise: Verbraucher müssen mit höheren Stromtarifen rechnen
Region Mitteldeutschland Trotz fallender Marktpreise: Verbraucher müssen mit höheren Stromtarifen rechnen
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15:19 08.05.2013
Die Strompreise werden wohl weiter steigen. Quelle: Oliver Berg/Archiv
Leipzig

Sie müssen wohl mit weiter steigenden Preisen rechnen. Warum das so ist, erklärt Tobias Federico vom Beratungsunternehmen für die Energiebranche Energy Brainpool im Interview.

Der Strommarkt ist in Bewegung, am Spotmarkt der Strombörse wachsen die Handelsvolumina, die Preise sinken. Woran liegt das?

Federico: „Das liegt an den Erneuerbaren Energien. Scheint die Sonne und weht der Wind, stehen hohe Strommengen aus Erneuerbaren zur Verfügung. Die Netzbetreiber sind verpflichtet, den Strom abzunehmen und an der Börse zu handeln. Die Folge des Überangebots ist ein rapider Verfall der Marktpreise sowohl am Spot- als auch am Terminmarkt. In den nächsten Jahren werden die Preise immer weiter fallen. Etwa 20 bis 25 Prozent des Gesamthandelsvolumens werden an der Börse gehandelt. Die Börsenpreise bilden den Referenzpreis für den gesamten Stromhandel.“

Und wieso müssen die Verbraucher dann mit höheren Strompreisen rechnen?

Federico: „Weil der Handelspreis für Strom nur einen geringen Teil des Strompreises ausmacht. Knackpunkt ist die Umlage für Erneuerbare Energien, die in den Endpreis einfließt. Deren Höhe ist die Differenz zwischen Börsenstrompreis und dem festgelegten Vergütungssatz für Strom aus Erneuerbaren. Deshalb und wegen steigender Netzentgelte wird sich die Preisspirale weiterdrehen. Strom wird sich auf jeden Fall weiter verteuern.“

Und wie lässt sich dieser Knoten auflösen? Wann steigen die Preise an der Strombörse wieder?

Federico: „Solange immer neue Anlagen dazugebaut werden und die Förderinstrumente so bleiben wie sie sind, werden die Preise wohl nicht wieder steigen. Keiner hat erwartet, dass soviel Erneuerbare-Energien-Anlagen gebaut werden und die Preise derart fallen. Nun müsste man einen echt großen Wurf machen, aber da traut sich keiner dran. Die Energiewende kostet einfach Geld und damit muss man leben.“

Gitta Keil, dpa

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