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Ulbig will Randale-Euro

Fußballrandale in Sachsen bleibt ein Problem. Zwar gebe es deutlich weniger Krawalle in Stadien, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) in Dresden. Grund für Entwarnung bestehe aber nicht.

Dresden. In offiziellen Statements sind sich alle einig. Fußballrandale lässt sich nur im Paket verhindern, im Zusammenspiel von Polizei, Vereinen, Verbänden und präventiver Fanarbeit. Doch der Teufel steckt im Detail. Während Innenminister die Belastung der Polizei samt immenser Kosten drücken, wollen sich Vereine und Verband nicht vollends in Haftung nehmen lassen - auch wegen des Geldes. Denn klar ist: Die permanenten Sonderschichten der Sicherheitskräfte verschlingen Millionen.

Seit mittlerweile zwei Jahren gibt es in Sachsen immerhin ein sogenanntes Gesamtkonzept Fußball, bei dem die Beteiligten an einem Tisch sitzen. Gestern zog Ulbig eine Zwischenbilanz. Ergebnis: Das Konzept habe sich bewährt, die Zahl der Krawalle sei gesunken. Zahlen nannte er nicht. Und aus der Welt ist das Problem sowieso nicht. "Nahezu an jedem Wochenende ist eine große Anzahl von Beamten im Einsatz, um Störungen zu verhindern."

Für den Minister liegen die Konsequenzen auf der Hand. "Es ist nicht möglich, nach zwei Jahren aus den Projekt auszusteigen", sagte Ulbig. Er werde sich dafür einsetzen, dass das Land sich weiter an den Kosten beteiligt. Konkret sind das rund 300 000 Euro pro Saison, jeweils dieselbe Summe steuern Fußballverband und Kommunen bei. Das Geld fließt vor allem in die Fanarbeit, gefördert werden Projekte in Dresden, Chemnitz, Leipzig, Zwickau, Aue und Plauen.

Gleichzeitig will Ulbig das Problembewusstsein schärfen. So sollen die Vereine bei Risikospielen einen Sicherheitszuschuss erheben können, Randale-Euro genannt. Dieser soll auf den Eintrittskarten erwähnt werden - damit die Fans merken, "dass die Sicherheitsmaßnahmen keine Selbstverständlichkeit sind".

Fußballverband, Vertreter von Fanprojekten und Vereine zogen gestern ebenfalls eine vorsichtig positive Bilanz. "Wir sind auf sehr gutem Weg", sagte Klaus Reichenbach, der Präsident des sächsischen Fußballverbandes, "aber wir müssen dran bleiben". Zwar gebe es weiter Ausschreitungen wie in zuletzt Brandis, die Gewaltbereitschaft bei Heimspielen aber nehme ab. Randale finde eher bei Auswärtsspielen statt. Und Übergriffe wie Ende Oktober beim Spiel FSV Brandis gegen Roter Stern Leipzig hätten sowieso nichts mit Fußball zu tun, meinte Reichenbach. "Der fungiert nur als Bühne für politische oder ideologische Dinge."

Die meisten gewaltbereiten Fans gibt es mit 500 bei Dynamo Dresden, gefolgt von Erzgebirge Aue und Lok Leipzig mit jeweils 200. Hinzu kommt die doppelt verschärfte Variante - die sogenannten "gewaltsuchenden Fans". Trotz eines Rückgangs sind bei Lok 80 und Dynamo 75 registriert.

Jürgen Kochinke

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