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Mitteldeutschland Umfrage: Keine Mehrheit mehr für schwarz-rote Landesregierung
Region Mitteldeutschland Umfrage: Keine Mehrheit mehr für schwarz-rote Landesregierung
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16:10 28.08.2018
Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl in Sachsen, wäre laut einer Umfrage die derzeitige schwarz-rote Landesregierung abgewählt. (Archivbild) Quelle: dpa
Dresden

Rund ein Jahr vor der Landtagswahl in Sachsen hat die Landesregierung aus CDU und SPD ihre Mehrheit bei den Wahlberechtigten verloren. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des MDR hätte könnte außerdem keine althergebrachte Koalition eine Mehrheit gewinnen.

Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, wäre die CDU in Sachsen mit 30 Prozent der Stimmen stärkste Kraft in Sachsen. Gegenüber der Landtagswahl 2014 hätte sie aber 9,4 Prozentpunkte verloren. Sie würde sich im Vergleich zum Bundestagswahlergebnis in Sachsen aber wieder vor die AfD setzen.

Neue zweistärkste Kraft in Sachsen wäre die AfD mit 25 Prozent (plus 15,3), gefolgt von den Linken mit 18 Prozent (-0,9). Die mitregierende SPD käme auf 11 Prozent (-1,4), die Grünen auf 6 Prozent (+0,3). Die FDP erreichte 5 Prozent (+1,2) und könnte damit in den Landtag wieder einziehen.

In Sachsen wären damit Bündnisse zwischen CDU und AfD oder Linken regierungsfähig. Das schließen die Parteien derzeit aber aus. Möglich wäre außerdem eine Vier-Parteien-Koalition aus CDU, SPD, Grüne und FDP.

Bei der Beurteilung der Landesregierung halten sich Zufriedene (48 Prozent) und Unzufriedene (49 Prozent) zwar die Waage - erstmals überwiegen aber die Unzufriedenen.

Die SPD zeigte sich enttäuscht von den Zahlen. „Natürlich ist die SPD Sachsen mit den neuen Umfragen nicht zufrieden“, sagte Generalsekretärin Daniela Kolbe am Dienstag. Die Zahlen seien aber auch Ansporn, den Kurs der SPD fortzusetzen. „Die Menschen im Freistaat wollen eine Politik, die die Probleme der Menschen löst und sie beherzt angeht“, sagte sie.

Die Linke ist stabil, unsere Haltung der Verteidigung von Rechtsstaat, Toleranz und Humanismus findet Anerkennung“, sagte Rico Gebhardt, Fraktionsvorsitzender der sächsischen Linke. Er sah das Ergebnis als Ermutigung, darum zu kämpfen, „weiter Platz 2 im sächsischen Parteienspektrum einzunehmen“ und dem Rechtstrend entgegenzuwirken.

Die AfD wertete die Umfrage als Beleg dafür, dass sie aus dem politischen Spektrum nicht mehr wegzudenken sei. Das Ergebnis zeige, dass die CDU die Quittung für eine „unsoziale und schlechte Politik“ bekomme, sagte der sächsische AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende, Jörg Urban. Er erklärte erneut, dass die AfD zur Landtagswahl im nächsten Jahr stärkste Kraft werden wolle.

„Die Umfrageergebnisse lassen noch viel Luft nach oben und sind für uns Ansporn, noch intensiver für unsere Ziele eines modernen Sachsens zu werben“, sagte Norman Volger, Landesvorstandssprecher von den Grünen.

LVZ

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