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Mitteldeutschland Umfrage: Schwarz-Rot verliert parlamentarische Mehrheit
Region Mitteldeutschland Umfrage: Schwarz-Rot verliert parlamentarische Mehrheit
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15:00 12.06.2018
Der Landtag in Dresden: Die CDU-SPD-Koalition würde laut einer Umfrage ihre parlamentarische Mehrheit verlieren. Quelle: dpa
Dresden ,

Wenn am Sonntag Landtagswahlen wären, würde die schwarz-rote Regierungskoalition unter Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) offenbar ihre parlamentarische Mehrheit verlieren. Das geht aus einer Umfrage des Insa-Instituts im Auftrag der „Bild“-Zeitung hervor. Danach bliebe die CDU mit 32 Prozent (2014: 39,4 Prozent) und deutlichen Verlusten immer noch stärkste Kraft, die SPD würde mit 9 Prozent (12,4 Prozent) erstmals im einstelligen Bereich landen. Zweitstärkste Fraktion wäre die AfD mit 24 Prozent (9,7 Prozent), die Linke käme auf 19 Prozent (18,9 Prozent) die Grünen (5,7 Prozent) und die FDP (3,8 Prozent) erlangten je 6 Prozent.

Als Regierungskoalitionen kämen dann theoretisch nur CDU und Linke (51 Prozent), CDU, SPD, Grüne und FDP (53 Prozent) oder CDU und AfD (56 Prozent) infrage. CDU-Generalsekretär Alexander Dierks sagte am Dienstag, die Umfrage sei Auftrag, weiter hart zu arbeiten. „Die Menschen im Land finden den neuen Stil von Michael Kretschmer gut und vertrauen ihm. Mit Blick auf die Gesamtlage kämpfen wir für eine stabile Regierung, das geht nur mit einer starken CDU.“

SPD glaubt an anderes Ergebnis

SPD-Chef Martin Dulig betonte gegenüber der LVZ, bei der Landtagswahl werde nicht nur nach Stimmung gewählt, sondern es gehe um Antworten auf die Frage, wie Sachsen modern und gerecht gestaltet werden kann. „Ich bin mir sicher, dass die Landtagswahl anders ausgehen wird, als es jetzt die Umfrage zeigt“, so Dulig.

Linke wollen zweitstärkste Kraft werden

Für die Linke sagte Landeschefin Antje Feiks: „Unser Anspruch, unser Ziel ist klar: Wir wollen bei den Landtagswahlen 2019 zweitstärkste Kraft werden.“ Dazu bedürfe es weiterer Anstrengungen, wenngleich das Ergebnis ein motivierendes Signal sei.

Grünen kritisieren CDU

Norman Volger, Grünen-Landesvorstandssprecher warnte hingegen: „Das Umfrageergebnis zeigt, dass die CDU mit ihrer Anbiederungsstrategie nach Rechts und dem inhaltsleeren Populismus des Ministerpräsidenten die AfD nicht schwächt.“

AfD fühlt sich bestätigt

Deren Landeschef Jörg Urban kommentierte: „Das Umfrage-Ergebnis ist der Beweis, dass die Alternative für Deutschland in Sachsen auf Parteiebene und in der Fraktion im Sächsischen Landtag auf die richtigen Themen setzt und kontinuierlich politische Veränderungen einfordert.“ Man verstehe sich als „Stachel im Fleisch der Altparteien“.

Insa-Chef Hermann Binkert analysierte, für die CDU würde es mit diesem Ergebnis schwer, weil keine der traditionellen oder gewünschten Konstellationen mehrheitsfähig sei. Das Institut hatte vom 4. bis zum 11. Juni 1009 Bürger befragt.

Von Roland Herold/Andreas Debski