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Mitteldeutschland Umwelthilfe macht Druck: Dicke Luft in 13 Städten Sachsens
Region Mitteldeutschland Umwelthilfe macht Druck: Dicke Luft in 13 Städten Sachsens
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23:01 06.04.2018
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hält die Stickoxid-Belastung der Atemluft in einigen sächsischen Städten für zu hoch. Quelle: dpa-Zentralbild
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Leipzig

Um die Luftqualität in Sachsen ist ein Streit entbrannt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat jetzt durch eigene Messungen in 13 sächsischen Städten gesundheitlich bedenkliche Belastungen der Atemluft mit Stickstoffdioxid (NO2) registriert. Damit stehen erneut Diesel-Fahrzeuge im Visier, denen die Hauptschuld an der Luftbelastung gegeben wird. Dagegen kommt vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) eher Entwarnung. Erstmalig seit 2010 habe sich im Vorjahr die Luftqualität verbessert, sagt Landesamts-Sprecherin Karin Bernhardt. An allen Luftgüte-Messstationen im Land seien die Grenzwerte eingehalten worden.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte zuletzt selbst Messungen vorgenommen. Danach wird an einer Stelle in Dresden der zulässige EU-weite Grenzwert für Stickstoffdioxid von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten, an weiteren neun Stellen in Sachsen wurden Werte über 30 Mikrogramm gemessen. Da die DUH schon einen Wert von über 20 Mikrogramm je Kubikmeter als gesundheitsschädlich ansieht, führt sie weitere Orte im Freistaat mit nach ihrer Meinung bedenklicher Luftbelastung auf. Insgesamt seien 33 Straßen in 13 sächsischen Städten betroffen – neben Leipzig, Dresden und Chemnitz sind das auch Zwickau, Plauen, Taucha, Radeberg, Ostrau, Strehla, Wilsdruff, Werdau, Bautzen und Pirna.

Die Organisation hatte bundesweit Bürger aufgefordert, Straßenabschnitte zu melden, in denen diese eine besonders hohe Konzentration von schädlichen Abgasen – hervorgerufen vorwiegend durch Diesel-Autos – vermuten. Daraufhin wurde bundesweit an 559 Standorten mit sogenannten Passivsammlern gemessen. Das sind kleine Röhrchen, in denen eine chemische Substanz die Schadstoffe bindet. An 89 Prozent der Messorte seien demnach „gesundheitlich bedenkliche NO2-Werte“ nachgewiesen worden.

Umweltlandesamt zweifelt an DUH-Messungen

Beim sächsischen Umweltlandesamt heißt es, dass die DUH keine qualitätsgesicherten Messungen liefere. „An unseren 29 Messstellen im Land laufen minütlich Daten ein“, sagt Sprecherin Bernhardt. So ließen sich zuverlässige Jahresdurchschnittswerte ermitteln. „Was die DUH macht, geht einfach nicht.“

Dem widerspricht Dorothee Saar, Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH. „Grundsätzlich ist es ja so, dass wir abseits der offiziellen Messstellen die Luftqualität prüfen wollten.“ Das bestehende Netzwerk an Messstellen reiche nicht aus, um die tatsächliche Belastung abzubilden. In die Auswertung habe man auch Werte der Umweltbehörden aufgenommen. Allerdings – wo noch keine neuen Daten vorlagen – die von 2016.

Laut Saar wurden alle Städte, die Werte über 20 Mikrogramm pro Kubikmeter aufweisen, aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das Verkehrsaufkommen zu reduzieren. „Ebenso fordern wir von der Bundesregierung, sich für die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen mit wirksamer Hardware auf Kosten der Hersteller einzusetzen.“

Unter den elf deutschen Städten, gegen die die DUH neue Klagen eingereicht hat, sei keine sächsische. Insgesamt hat die Organisation 28 Klagen wegen zu hoher Luftbelastung mit Stickstoffdioxid auf den Weg gebracht.

Von Andreas Dunte

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