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Mitteldeutschland "Unglaublicher Vorgang" - Polizei schiebt Rechtsradikale zum Schutz in Sachsens Landtag
Region Mitteldeutschland "Unglaublicher Vorgang" - Polizei schiebt Rechtsradikale zum Schutz in Sachsens Landtag
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21:50 17.06.2014
Hunderte Dresdner haben lautstark gegen die Kundgebung der Rechtsextremen demonstriert. Quelle: Stephan Lohse
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Dresden

Die Gegendemonstranten postierten sich rund um den kleinen Kreis der Nazi-Kundgebung und äußerten lautstark ihren Unmut dagegen. Die mit zwei Hundertschaften vor Ort aktive Polizei hatte zunächst einen ruhigen Einsatz. Bis auf eine kurzzeitige Räumung der Maxstraße, damit ein NPD-Fahrzeug passieren konnte, und einen einzelnen Flaschenwurf erlebten die Polizisten zunächst einen friedlichen Abend. „Die Einsatzkräfte ermöglichten Proteste in Hör- und Sichtweite der Kundgebung. Dass dies friedlich und störungsfrei verliefen, freut uns als Polizei dabei besonders“, sagte Polizeidirektor Uwe Göbel.

Dresden. Rund 400 Dresdner haben am Dienstagabend lautstark gegen eine Kundgebung der rechtsextremen NPD demonstriert. Rund 80 Neonazis – und damit deutlich weniger als noch vor einem Jahr – hatten vor dem Haus der Presse an der Ostraallee gegen eine angebliche Medienwillkür Stellung bezogen.

Nach Ende der Kundgebung kam es jedoch zu Tumulten. Die Neonazis hatten lautstark verkündet, dass die Polizei sie zum Landtag eskortieren wolle. Daraufhin machten sich auch zahlreiche Gegendemonstranten auf den Weg in Richtung Lindenau-Platz. Damit war die Polizei überfordert.

Hektisch bugsierten die Einsatzkräfte die Rechtsextremen in den Landtag, während die Gegendemonstranten mit teils massiven Schlagstock- und Pfeffersprayeinsatz zurückgedrängt wurden. Nachdem sich die Lage wieder beruhigt hatte, wurden die Neonazis in Kleingruppen aus dem Landtagsgebäude eskortiert. Gegen 22 Uhr wurde der Einsatz beendet.

Die Rechtsextremen warteten schließlich im Landtag auf ihre Abreise Quelle: Privat

Die zeitweilige Unterbringung der Rechtsredaikalen sei in Absprache mit dem Landtag erfolgt, in dem die NPD über Fraktionsräume verfügt. Der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Martin Dulig sprach von einem unglaublichen Vorgang. „Da werden Feinde der Demokratie in das Haus der Demokratie gelassen“, sagte Dulig nach den Worten seiner Sprecherin Petra Strutz.

sl / dpa

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