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Mitteldeutschland Uniklinik Leipzig: So viele Zwillinge geboren wie seit 28 Jahren nicht mehr
Region Mitteldeutschland Uniklinik Leipzig: So viele Zwillinge geboren wie seit 28 Jahren nicht mehr
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22:01 02.01.2018
So süß: frisch geborene Zwillinge. Doch die Geburt ist mit vielen Komplikationen verbunden.   Quelle: dpa
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Leipzig

 
Mehrlingsschwangerschaften sind für Eltern und Mediziner besonders aufregend, allerdings auch mit einigen Risiken verbunden. 124 Zwillingspärchen kamen im vergangenen Jahr allein am Leipziger Uniklinikum (UKL) zur Welt – so viele wie seit 28 Jahren nicht mehr. „Wir konnten vier Drillingsschwangerschaften, nach fünf Jahren auch wieder einmal Vierlingen und 124 Zwillingspaaren auf die Welt helfen“, sagt Holger Stepan, Direktor der Geburtsmedizin am UKL. Im Jahr 2017 wurden am Leipziger Uniklinikum insgesamt 2762 Kinder geboren, 28 mehr als im Vorjahr. Mit 41 Zwillingsgeburten am Leipziger Klinikum St. Georg ist die Zahl gegenüber 2016 (42) etwa konstant geblieben, während die Geburtenzahl insgesamt um 68 auf 1678 anstieg. Damit kamen 2017 am St. Georg 1719 Kinder zur Welt.

Nicht überall steigen die Mehrlingsgeburten

Am Dresdner Uniklinikum Carl Gustav Gaus ist die Zahl der Mehrlingsgeburten dagegen leicht zurückgegangen. Unter den insgesamt 2613 Kindern, die hier 2017 das Licht der Welt erblickten, waren 118 Zwillingsgeburten und einmal Drillinge. „Das waren 13 Zwillings- und vier Drillingsgeburten weniger als 2016, aber solche Schwankungen sind normal“, sagte Kliniksprecher Holger Ostermeyer. Gleich am ersten Tag des neuen Jahres kam ein weiteres Zwillingspaar in Dresden zur Welt.

Das Uniklinikum Leipzig ist auf Mehrlingsgeburten spezialisiert. Juliane Stejskal hat dort im Frühjahr 2017 Vierlinge geboren. Hinten rechts im Bild: Prof. Holger Stepan. Quelle: Stefan Straube / UKL

Den eigenen Geburtenrekord des Vorjahres hat das St. Elisabeth-Krankenhaus in Leipzig zwar knapp verpasst. „Aber mit 2653 Geburten hatten wir trotzdem gut zu tun“, versicherte die leitende Hebamme Silvie Göttsche. Unter den 2672 Kindern, darunter 51 Jungen mehr als Mädchen, waren auch 19 Zwillinge, mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor (9).

In Thüringen nimmt der Anteil der Mehrlingsgeburten zu. Allein am Helios Klinikum Erfurt brachte eine Schwangere kurz vorm Jahreswechsel zwei Jungs und ein Mädchen zur Welt, laut Klinik war es bereits die zweite Drillingsgeburt in diesem Jahr. Im Altenburger Land kamen 2017 ebenfalls mehrere Zwillinge zur Welt.

Künstliche Befruchtung führt eher zu Zwillingen

„Von 2008 bis 2015 ist die Anzahl der Mehrlingsgeburten in Sachsen kontinuierlich angestiegen“, sagt UKL-Experte Stepan. Zwischen 2015 und 2016 habe es dann einen Rückgang um 4,8 Prozent gegeben. Den Anstieg in den vergangenen Jahren führt Stepan vor allem darauf zurück, dass sich immer mehr Paare ihren Kinderwunsch durch künstliche Befruchtung erfüllen. Dabei werden im Labor oft zwei bis drei Eizellen befruchtet, um die Erfolgschancen zu erhöhen. Zudem sind Frauen heute tendenziell älter als früher, wenn sie sich für ein Kind entscheiden. „Bei Frauen ab 35 Jahren entstehen in der Tendenz öfter Mehrlinge, das ist erwiesen“, sagt Stepan.

Das UKL ist auf Mehrlingsschwangerschaften spezialisiert

Nach Einschätzung des UKL ist der aktuelle Zwillingsrekord auch die Folge einer Spezialisierung der Uniklinik. „Unsere Zielsetzung ist es, auch bei Mehrlingsschwangerschaften den Frauen eine natürliche Entbindung zu ermöglichen“, erklärt Geburtsmediziner Stepan. 2017 wurden im Uniklinikum 40 Prozent der Mehrlinge auf natürlichem Wege entbunden, sachsenweit waren es 30 Prozent. „Nicht jedes Krankenhaus kann eine ausreichende Betreuung für eine natürliche Zwillingsgeburt leisten, der Aufwand ist um einiges höher als bei einer einfachen Geburt“, so Stepan.

Bei etwa der Hälfte aller Mehrlingsschwangerschaften komme aus medizinischen Gründen eine vaginale Geburt gar nicht in Frage. Ist sie möglich, kann es während der Geburt dennoch zu Komplikationen kommen, zum Beispiel, weil sich das zweite Kind nach der Geburt des ersten anders im Bauch platziert oder es durch Erschöpfung zum Geburtsstillstand kommt.

Von Winfried Mahr und Sophie Aschenbrenner

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