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Mitteldeutschland Unterstützung für Langzeitarbeitslose in Sachsen - „Wir geben niemanden auf“
Region Mitteldeutschland Unterstützung für Langzeitarbeitslose in Sachsen - „Wir geben niemanden auf“
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16:30 20.03.2018
Symbolbild. Menschen vor der Bundesagentur für Arbeit. Quelle: dpa
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Dresden

Als Langzeitarbeitsloser gilt man, wenn man mindestens ein Jahr keinen Job hat. Dulig zufolge gibt es in Sachsen rund 110 000 Menschen, die seit längerer Zeit oder phasenweise immer mal wieder davon betroffen sind. Für sie ist das Programm „Sozialer Arbeitsmarkt“ gedacht. Es sieht neben Coaching die Akquise von Betrieben, Lohnkostenzuschüsse und ein Angebot für Ältere vor.

Mehr Geld für Unterstützung Langzeitarbeitsloser

„Wir geben niemanden auf“, betonte Dulig. Jeder und jede sei wichtig, man wolle auf kein Talent verzichten. Deshalb brauche man auch Programme für jene, die es bislang schwerer hatten, auf dem Arbeitsmarkt anzukommen. Dulig erinnerte an den Koalitionsvertrag, der das Landesprogramm beinhalte. Langzeitarbeitslosigkeit habe zuvor keine hohe Priorität gehabt. Nun stünden 12,5 Millionen Euro pro Jahr für den „sozialen Arbeitsmarkt“ bereit.

Die Förderung ist vor allem für Langzeitarbeitslose mit Familie sowie Alleinerziehende gedacht. Konkret sollen Arbeitgeber bis zu zwei Jahre lang Lohnzuschüsse für die Anleitung und Betreuung Betroffener sowie den Verwaltungsaufwand bekommen - bis zu 350 Euro monatlich bei einer Wochenarbeitszeit von 30 Stunden. Langzeitarbeitslose im Alter von 58 aufwärts sollen bei Arbeit für das Gemeinwohl unterstützt werden - als Vorleser, Besucherdienst in kleinen Museen oder Mitarbeit bei den Tafeln für sozial Schwache.

Opposition bleibt skeptisch

Nach Jahren der Untätigkeit sei das Programm ein wichtiger und notwendiger Schritt, erklärte der sächsische DGB-Vize Markus Schlimmbach. „Damit bekommen diejenigen endlich eine Chance, die von manchen schon abgeschrieben wurden. Gerade Familien und Alleinerziehende mit Kindern, die schon lange im Hartz-IV-Bezug sind, dürfen nicht aufgegeben werden.“

Die oppositionelle Linke im Landtag sprach von einem überfälligen Schritt. „Wir werden genau hinschauen, ob es sich bei alldem nur um eine Eintagsfliege handelt. Misstrauen ist angebracht“, sagte der Landtagsabgeordnete Nico Brünler.

lvz

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