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Mitteldeutschland Vereiste Flugzeuge, entgleiste Bahnen: Sibirische Kälte sorgt in Sachsen für Probleme
Region Mitteldeutschland Vereiste Flugzeuge, entgleiste Bahnen: Sibirische Kälte sorgt in Sachsen für Probleme
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17:40 02.02.2012
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Dresden

Fahrgäste wurden nicht verletzt, mehrere Straßenbahnlinien mussten umgeleitet werden. Der Fahrplan im gesamten Stadtgebiet geriet durcheinander. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen rund 100 000 Euro. Am Dresdner Flughafen mussten bei minus 16 Grad mehrere Maschinen vor dem Start enteist werden - dafür werden die Flugzeuge etwa zehn Minuten lang mit einem warmen Wasser-Glykol-Gemisch besprüht, um die Tragflächen von Eis und Schnee zu befreien.

Die Pannenhilfe des ADAC ist derzeit im Dauereinsatz, Autofahrer in Sachsen müssen sich auf stundenlange Wartezeiten einstellen. „Die Fahrer schieben Extra-Schichten“, sagte ein Sprecher. Das Hauptproblem seien altersschwache Batterien. Allein bis zum Donnerstagmittag sind die Helfer in Sachsen zu 270 Einsätzen ausgerückt - so viel wie sonst an einem normalen Wintertag.

Dresden. Die Eiseskälte sorgt in Sachsen zunehmend für Verkehrsprobleme. Die Temperaturen sind an manchen Orten Deutschlands in der Nacht zum Donnerstag auf bis zu minus 20 Grad gefallen. In Dresden sind zwei Straßenbahnen entgleist, Fahrgäste wurden nicht verletzt. Am Flughafen Dresden mussten mehrere Maschinen vor dem Start enteist werden.

Nach dem Chaos im vergangenen Winter trotzt die Deutsche Bahn jetzt der Eiseskälte. „Wir haben deutlich aufgerüstet“, sagte Bahn-Sprecherin Änne Kliem. So wurden etwa Weichen mit neuen Heizungen versehen, mehr Heißluftgebläse zum Enteisen eingesetzt. Bisher gebe es in Sachsen kaum Verspätungen. Auch die Bauarbeiten laufen trotz Minusgraden auf Hochtouren, etwa am Bahnknoten Dresden. Derzeit werden die Oberleitungen montiert und Schotter aufgeschüttet.

Meteorologe: Minus 20 Grad im Erzgebirge gemessen

Vor allem obdachlose Menschen leiden allerdings unter den frostigen Temperaturen. Im Chemnitzer Nachtquartier sind derzeit nahezu alle 17 Betten ausgebucht. Müssen Obdachlose normalerweise am Morgen ihre Notunterkunft verlassen, dürfen sie jetzt auch tagsüber bleiben. „Schließlich wollen wir nicht, dass jemand erfriert“, sagte Projektleiter Peter Borm.

In Dresden bieten bei den „Nachtcafés“ abwechselnd vier evangelische, zwei katholische Kirchengemeinden und die Heilsarmee jeweils bis zu 25 Schlafplätze in ihren Gemeinderäumen an. „Kommen an einem normalen Winterabend etwa 18 obdachlose Menschen, sind es jetzt mehr“, sagte ein Mitarbeiter. Sie bekommen nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern können sich mit einer warmen Mahlzeit und einer Tasse Tee aufwärmen.

In Bautzen mussten zwei 60 und 61 Jahre alte Männer mit starken Unterkühlungen ins Krankenhaus gebracht werden. Die Betrunkenen wurden gefunden, als sie bewegungslos in einem Park lagen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bleibt es auch in den nächsten Tagen frostig. Der kommende Samstag wird voraussichtlich der kälteste Tag - dann liegen die Temperaturen in weiten Teilen Sachsens auch am Tag im zweistelligen Minusbereich. Bereits am Donnerstag wurde in Sachsen die Minus-20-Grad-Marke geknackt, in Marienberg im Erzgebirge wurden minus 20,6 Grad gemessen. In Hinterhermsdorf (Osterzgebirge) sank die Temperatur sogar auf minus 22 Grad.

dpa

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