Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Vergiftungsgefahr durch Frühblüher: Experten registrieren immer mehr Fälle

Vergiftungsgefahr durch Frühblüher: Experten registrieren immer mehr Fälle

Wenn der Frühling kommt, steigt die Zahl der Anrufe beim Giftinformationszentrum der Länder in Erfurt. Gerade bei kleinen Kindern dürfe die Gefahr durch einige Zimmerpflanzen, aber auch Frühblüher wie den Goldregen nicht unterschätzt werden, warnt der Stellvertretende Leiter Michael Deters.

Voriger Artikel
Mehr als 12.000 Eisenbahnfans zum Dresdner Dampfloktreffen 2013 erwartet
Nächster Artikel
Von Leipzig über den Harz nach Thüringen: Neuer Abschnitt der A 71 vor der Fertigstellung

Frühblüher wie Osterglocken enthalten besonders in ihren Zwiebeln giftige Substanzen.

Quelle: dpa

Erfurt. Ein Fünftel der Vergiftungen bei Kindern werde durch Pflanzen und Pilze verursacht.

Auch andere Frühblüher wie Osterglocken oder Hyazinthe enthielten besonders in ihren Zwiebeln giftige Substanzen. „Schwere Vergiftungen sind aber sehr selten. Kinder stecken meist nur kleine Pflanzenteile in den Mund“, so Deters. Bei Unsicherheit über die Gefahren sollten Eltern den Giftnotruf konsultieren. „Wir sind an 365 Tagen jeweils 24 Stunden zu erreichen.“

Das Zentrum in Erfurt wird von den Ländern Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern getragen. Die Zahl der Hilfesuchenden, die sich an die Fachleute wenden, ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Seit Gründung 1994 habe sich ihre Zahl sogar verdoppelt. „Die Zahl der Anfragen hat sich inzwischen bei etwa 21 000 Anfragen pro Jahr eingependelt. Bei der überwiegenden Zahl besteht der Verdacht auf Vergiftungen“, sagte Deters.

Schwere Vergiftungen durch Pflanzen und Pilze gebe es vor allem bei Erwachsenen. „Grund sind meist Verwechslungen - beispielsweise Bärlauch mit Maiglöckchenblättern. Ein großes Problem sind auch Verwechslungen mit den Blättern der Herbstzeitlosen.“ Dadurch könne es zu schweren bis tödlichen Vergiftungen kommen. Eine Untersuchung habe vier Todesfälle innerhalb von zehn Jahren durch Pflanzen ergeben - in diesen Fällen durch Eisenhut und Eibe.

Einen Großteil der Anrufe erhalten die Spezialisten in Erfurt von Kliniken, Arztpraxen, Rettungsdiensten sowie Apotheken. Die Anrufe besorgter Eltern oder Angehöriger machen nur etwa 36 Prozent aller Anfragen aus. „Laien finden manchmal erst über Umwege zu uns“, sagte Deters.

Mit Sorge beobachten die Experten einen wachsenden Missbrauch gefährlicher Substanzen, zu denen synthetische Drogen gehören. „Oft werden mehrere Drogen gleichzeitig genommen. Das führt häufiger zu mittelschweren Vergiftungen.“ Bei synthetischen Drogen, die im Internet angepriesen würden, wechsle oft die chemische Zusammensetzung. Damit versuchten die Anbieter, das Betäubungsmittelgesetz zu umgehen.

Die Hauptursache für Vergiftungen seien jedoch nach wie vor Arzneimittel. Bei Kindern machten sie 34 Prozent der Fälle aus, mit denen sich Hilfesuchende an das Giftinformationszentrum der Länder wenden. Bei Erwachsenen seien es immerhin 65 Prozent. Eine große Gefahr gerade für kleine Kinder, die durch Probieren ihre Welt erkunden, seien auch Haushaltschemikalien mit bunten Etiketten. „Ich kann nur empfehlen, bei Unsicherheiten anzurufen und auf Nummer sicher zu gehen“, sagte Deters. Die Beratungen seien kostenfrei. Bei akuten Situationen müsse jedoch immer erst ein Notarzt gerufen werden.

Simone Rothe, dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Lichtfest Leipzig 2017

    Alljährlich am 9. Oktober erinnert das Lichtfest Leipzig auf dem Augustusplatz an die Ereignisse im Herbst 1989. Hier gibt es alle Infos. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr