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News Verkehrte Welt im Ausland: Henkell Trocken hängt Rotkäppchen ab

Verkehrte Welt im Ausland: Henkell Trocken hängt Rotkäppchen ab

Sekt aus Deutschland ist im Ausland immer beliebter. Doch beim deutschen Marktführer Rotkäppchen-Mumm kommt davon wenig an. Im Ausland bleibt der Sekt-Riese aus Freyburg ein Zwerg.

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In Deutschland unter ferner liefen, doch im Ausland der Renner: Sekt von Henkell läuft Rotkäppchen beim Export den Rang ab.

Quelle: Hersteller

Leipzig. Das Rennen machen dort Henkell Trocken und Faber, die die Märkte längst besetzt haben.

Wer schon einmal versucht hat, in Reykjavik echte Ost-Produkte zu kaufen, dürfte sich gewundert haben: Burger Knäcke steht dort fast in jedem Supermarkt - doch Sachsen-Anhalts Erfolgssekt Rotkäppchen gibt es nirgends. Dafür steht in jeder Vínbúðin, wie die staatlichen Alkoholläden auf Island heißen, Henkell Trocken in den Regalen.

Das ist kein Wunder. Der Hersteller aus Wiesbaden, im Ausland traditionell stark, rühmt sich damit, dass Henkell Trocken der meist exportierte Sekt Deutschlands sei. Laut Geschäftsbericht gingen zuletzt mehr als 62 Prozent der gesamten Produktion ins Ausland - fast zehn Millionen Flaschen pro Jahr. Damit stellt die Sorte, die in Deutschland mit 1,9 Prozent Marktanteil ein Schattendasein fristet, fast 20 Prozent der gesamten deutschen Schaumweinexporte.

Davon kann Rotkäppchen-Mumm-Chef Christof Queisser nur träumen. In Deutschland ist das Unternehmen aus Freyburg unangefochtener Marktführer, zusammen kommen die Marken Rotkäppchen, Mumm, Jules Mumm und MM Extra auf 51 Prozent Marktanteil. Doch beim Export geht es nur langsam voran. Lediglich eine Million Flaschen gingen 2013 ins Ausland. Genauso viele waren es 2012 gewesen. Damit lag die Exportquote des Unternehmens bei bescheidenen 0,4 Prozent.

Dabei hatte vor genau drei Jahren Queissers Vorgänger Gunter Heise angekündigt, verstärkt das Ausland ins Visier zu nehmen. Schließlich ist in Deutschland für den Marktführer kaum noch Luft nach oben. Den Kurs setzt Queisser fort - und dämpft zugleich allzu große Erwartungen. "Wir stehen bei der Internationalisierung noch ganz am Anfang. Die Erschließung neuer Märkte ist ein langer Weg, für den wir Ausdauer brauchen." Schnellschüsse werde es nicht geben. "Das ist ein Prozess, der seine Zeit braucht. Und die nehmen wir uns auch." Erste Erfolge gebe es in Kanada. Die Sorte Rotkäppchen alkoholfrei komme dort erfreulich gut an, berichtet Queisser. "Der wird wirklich gut angenommen. Damit sind wir sehr zufrieden." Eine eigene Niederlassung vor Ort sei aber nicht geplant. "Wir arbeiten mit Importeuren zusammen." Auch in Russland und Österreich ist Rotkäppchen-Mumm schon zu haben. Verstärkt ins Visier nehmen will Queisser nun China. Zukäufe im Ausland, um dort schneller Fuß zu fassen, schloss er nicht aus. "Das ist eine Option. Konkret geplant ist aber nichts." Im Ausland setzt Rotkäppchen-Mumm vor allem auf die Sorten Rotkäppchen aus Freyburg sowie MM Extra aus Eltville in Hessen. Die Marken Mumm und Jules Mumm dürfe man leider aus Lizenzgründen nur in Deutschland verwenden. Außerhalb der Bundesrepublik liegen die Rechte bei dem französischen Champagnerhaus G. H. Mumm aus Reims.

Das Problem für Rotkäppchen-Mumm: Die Märkte im Ausland sind längst besetzt. "Wir wissen natürlich, dass man in anderen Ländern nicht unbedingt auf uns wartet", räumt Queisser ein. Denn während sein Unternehmen erst vor drei Jahren angefangen hat, das Ausland zu beackern, haben andere dort jahrzehntelangen Vorsprung. Neben Henkell gilt das auch für Schloss Wachenheim aus Rheinland-Pfalz. Laut Geschäftsbericht lag die Exportquote des Unternehmens mit seinem traditionell starken Auslandsgeschäft zuletzt bei 17 Prozent. Vor allem die Marke Faber ist dort erfolgreich. Und deutscher Sekt wird im Ausland immer beliebter: Im vergangenen Jahr wurden 53,2 Millionen Flaschen Schaumwein ausgeführt, 1,1 Millionen mehr als im Jahr zuvor und 2,8 Millionen mehr als 2011. Das geht aus der aktuellen Schaumweinsteuerstatistik des Statistischen Bundesamtes hervor. Seit 2004 hat sich der Export damit mehr als versiebenfacht. Fast drei Viertel der deutschen Schaumweinexporte gingen ins EU-Ausland. Hier konnten die deutschen Kellereien 2013 sogar noch einmal um 4,3 Prozent zulegen. Im Nicht-EU-Ausland sackte der Absatz deutscher Schaumweine dagegen um 3,3 Prozent ab.

Weitgehend konstant blieb der Import: Insgesamt 53,3 Millionen Flaschen Sekt und Champagner hat Deutschland 2013 eingeführt. Damit hielten sich Ein- und Ausfuhren fast die Waage. Allein 28 Millionen Flaschen entfielen auf die wichtigste Importmarke: Freixenet aus Spanien, mit 9,5 Prozent Marktanteil Nummer zwei in Deutschland.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.04.2014

Frank Johannsen

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