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Mitteldeutschland Viele Arbeitslose in Sachsen brauchen als Aufstocker zusätzliche Leistungen
Region Mitteldeutschland Viele Arbeitslose in Sachsen brauchen als Aufstocker zusätzliche Leistungen
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10:47 22.04.2017
Archivfoto Quelle: Dpa
Dresden

In Sachsen ist der Anteil der sogenannten Aufstocker unter den Arbeitslosen höher als im Bundesdurchschnitt. 2016 bekamen 5145 Menschen im Freistaat parallel Arbeitslosengeld und Hartz IV-Leistungen - das sind 12,8 Prozent aller Arbeitslosengeld-Empfänger. Bundesweit liegt der Anteil bei 10,3 Prozent.

„Grundsätzlich muss das System der Arbeitslosenversicherung gestärkt werden. Im Falle der Erwerbslosigkeit muss das Arbeitslosengeld existenzsichernd sein“, forderte Sabine Zimmermann, die Arbeitsmarktexpertin der Linken im Bundestag. Sie hatte die Zahlen bei der Bundesagentur für Arbeit erfragt.

Linke will Reform der Arbeitslosenversicherung

Die Linken halten eine grundlegende Reform der Arbeitslosenversicherung für dringend erforderlich. „Sie muss im Fall von Erwerbslosigkeit wieder zu dem zentral zuständigen, auskömmlichen und verlässlichen Sicherungssystem werden“, sagte Sabine Zimmermann.

Für Zimmermann spiegeln sich in den Zahlen aus Sachsen der hohe Niedriglohnanteil des dortigen Arbeitsmarktes und von Teilzeitbeschäftigung wider. „Der Niedriglohnbereich muss endlich effektiv bekämpft werden. Der gesetzliche Mindestlohn ist auf 12 Euro die Stunde anzuheben. Systematische Niedriglohnbeschäftigung wie Leiharbeit muss abgeschafft werden“, sagte die Politikerin.

„Es geht aber auch darum, dass wieder mehr Menschen überhaupt Zugang zum Arbeitslosengeld erhalten“, betonte Zimmermann. Viele Beschäftigte fielen bei Erwerbslosigkeit gleich in Hartz IV, da sie wegen einer zu kurzen Beschäftigungszeit keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld erwerben konnten: „Die Rahmenfrist muss wieder von derzeit 24 Monaten auf 36 Monate ausgedehnt werden. Dann würden auch wieder mehr Menschen von der Arbeitslosenversicherung profitieren“, forderte Zimmermann.

Von LVZ