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Mitteldeutschland Vorplanung erstellt: Von Leipzig nach Chemnitz im ICE - eine Vision wird konkret
Region Mitteldeutschland Vorplanung erstellt: Von Leipzig nach Chemnitz im ICE - eine Vision wird konkret
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23:59 30.09.2014
Leipzig

Erklärtes Ziel: Nach Chemnitz sollen IC- und ICE-Züge fahren.

Ein Ergebnis der Vorplanungen ist, diesen Fernverkehr über Geithain und Bad Lausick zu führen (siehe Skizze), weil dort die bereits heute verkehrenden Regionalexpresszüge Geschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern fahren können. Damit auf dieser Trasse IC- oder ICE-Züge verkehren können, muss sie elektrifiziert und an den Gleisen gearbeitet werden. In Leipzig ist zum Beispiel vorgesehen, zwischen Engelsdorf und Liebertwolkwitz ein zweites Gleis zu verlegen, um zusätzliche Überholmöglichkeiten zu schaffen. Darüber hinaus müssen Bahnsteige verändert und mehrere Brücken sowie Bahnübergänge neu gebaut werden. Trotz dieser Investitionen wird aber nur eine Reisezeit von 50 Minuten erreicht - der aktuell verkehrende dieselgetriebene Regionalexpress benötigt 53 Minuten.

Obwohl die Reisezeit-Einsparung nur marginal ist, begrüßt Leipzig den Plan. "Durch den Fernverkehrsausbau kann der Schienenverkehr noch einmal in deutlich besserer Qualität angeboten werden und Chemnitz sowie der Erzgebirgsraum rücken noch näher an Leipzig heran", sagt Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos). Der Vorteil für die Leipziger: Das Erzgebirgsvorland wäre besser erreichbar, ebenso Städte wie Annaberg-Buchholz, Freiberg oder Marienberg.

Darüber hinaus setzt die Messe- stadt darauf, ihren Hauptbahnhof als mitteldeutsche Verkehrsdrehscheibe zu stärken und der Wirtschaft in der hiesigen Region neue Impulse zu verleihen. "Großunternehmen wie Porsche, BMW, Amazon oder DHL hätten sich ohne die gute Eisenbahn-Infrastruktur in Leipzig nicht angesiedelt", betont Wirtschaftsbürgermeister Uwe Albrecht (CDU).

Leipzig setzt auch auf ein schnelleres Zusammenwachsen mit der wirtschaftlich stark wachsenden Chemnitzer Region. Für deren 300 000 Einwohner würden die messestädtischen Einkaufs- und Kulturmöglichkeiten attraktiver und Berufs-Pendler hätten ebenfalls deutliche Vorteile, heißt es. Der Arbeitskräftemarkt für die Leipziger Unternehmen werde sich dadurch vergrößern.

Gleichzeitig werden auch kritische Stimmen laut. Denn der Freistaat plant, die neue Strecke nicht durch den City-Tunnel zu führen. Für Leipzig hätte eine Streckenführung durch den Tunnel und anschließend über Borna den Charme, das Leipziger S-Bahn-Netz bis nach Chemnitz auszudehnen. Dies würde deutlich kürzere Fahrtakte möglich machen und den Chemnitzern deutlich mehr Fahrziele in Mitteldeutschland erschließen. Die Planer des Landes führen ins Feld, dass eine Streckenführung über Borna deutlich längere Fahrzeiten und längere Umsteigebeziehungen zu den Fernverkehrslinien im hiesigen Hauptbahnhof zur Folge hätte.

Auch der Plan, ICE- und IC-Züge künftig einmal in Leipzig zu teilen - der eine Zugteil fährt nach Dresden, der andere nach Chemnitz - wäre nicht praktikabel. Der Freistaat und die Bahn AG wollen nun gemeinsam die Entwurfsplanung erstellen und anschließend das Genehmigungs- und Planfeststellungsverfahren folgen lassen. "Ich gehe fest davon aus, dass wir jetzt die weiteren Planungsschritte vereinbaren werden", erklärte der DB-Konzernbevollmächtigte Arthur Stempel auf Anfrage. Dies werde erfolgen, sobald in Dresden der neue Verkehrsminister feststehe. Für die nächsten Schritte werden je zwei Jahre veranschlagt. Die Bauzeit soll 27 Monate betragen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.10.2014

Andreas Tappert

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