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Mitteldeutschland Waffenlieferung für den Irak: Bundeswehr will Ende September in Leipzig starten
Region Mitteldeutschland Waffenlieferung für den Irak: Bundeswehr will Ende September in Leipzig starten
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15:27 02.09.2014
Deutschland will die Kurden im Norden des Irak mit Waffen und Munition unterstützen. Quelle: dpa
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Leipzig/Erfurt

Mit dem ersten Transport rechnet er Ende September.

„Wir werden die Waffen voraussichtlich in drei Tranchen liefern“, berichtete Horstmann. Zur Fracht gehören 500 Panzerabwehrraketen, 10.000 Handgranaten und 16.000 Gewehre. Bei jedem Transport solle von allen Waffenarten ein Teil an Bord an. „Wir wollen so die Bildung von Arsenalen verhindern“, erklärte der Oberstleutnant.

Horstmann und seine Mitstreiter prüfen derzeit, woher sie das Kriegsgerät beziehen. Der Logistiker schloss es aus, dass neue Produkte direkt vom Hersteller verpackt werden. „Wir wollen vorhandene Truppenbestände nutzen“, so der Offizier. Durch die Verkleinerung des Heeres nach dem Wegfall der Wehrpflicht befänden sich derzeit zu viele Waffen in den Depots.

Die erste Maschine mit deutscher Militärausrüstung soll dagegen schon am kommenden Donnerstag von Leipzig aus starten. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, handelt es sich bei dieser ersten Lieferung unter anderem um Gefechtshelme, Schutzwesten und Funkgeräte. Diese lagen bereits seit der vergangenen Woche im Zentraldepot für Einsatzversorgung an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern bereit. Horstmanns Kollegen verpacken außerdem Hilfsgüter wie Wolldecken, Nahrung und Medikamente.

Im Norden des Irak wütet die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit einer Offensive. Die kurdischen Streitkräfte (Peschmerga) verteidigen sich größtenteils mit veraltetem Material. Die Bundesregierung hatte sich deshalb am vergangenen Sonntag für eine Unterstützung durch Waffenlieferungen entschieden. Am Montag stützte auch der Bundestag mit einer breiten Mehrheit die Entscheidung des Kabinetts. Die Abstimmung hatte allerdings nur symbolischen Wert. Ein echtes Mitspracherecht - wie zum Beispiel bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr - besaß das Parlament in diesem Fall nicht. 

Matthias Roth/dpa

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