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Mitteldeutschland Wasserqualität in Sachsen am schlechtesten
Region Mitteldeutschland Wasserqualität in Sachsen am schlechtesten
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13:44 05.11.2018
Der Saale-Elster-Kanal in Höhe von Leipzig-Dölzig. Fließgewässer und Grundwasser sind in Sachsen in keinem guten Zustand. Quelle: Dirk Knofe
Dresden

Die Qualität von Grundwasser und Fließgewässern in Sachsen ist die schlechteste in ganz Deutschland. Das geht aus einer Studie hervor, die die Umweltschutzorganisation WWF am Montag in Berlin vorgestellt hat.

Demnach belegt der Freistaat in dem bundesweiten Ranking zum Zustand deutscher Gewässer den letzten Platz. Als größtes Problem für die Wasserqualität nennt der WWF die Nitratbelastung durch die Landwirtschaft.

Flüsse schlecht, Seen gut

Dabei kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass etwa ein Drittel der natürlichen Fließgewässer in einem schlechten ökologischen Zustand sind. Nur 19 von 604 der Gewässer sind den Angaben nach in einem guten Zustand. Fast die Hälfte (knapp 46 Prozent) der künstlich angelegten Fließgewässer habe ein schlechtes ökologisches Potenzial.

Sächsische Seen hingegen schneiden laut Studie gut ab. Da nicht bei allen Bundesländern Angaben vorlagen und sich nicht überall Seen befinden, geht diese Auswertung laut WWF nicht in die gesamte Studie ein.

Grundwasser zu stark belastet

Sachsen ist für 70 abgeschlossene Grundwassereinheiten zuständig. Fünf davon haben zu wenig Wasser, erreichen den mengenmäßig guten Zustand nicht. Das sei vor allem in ehemaligen Kohleabbaugebieten so. Die chemische Zusammensetzung sei in der Hälfte der Fälle schlecht. Grund dafür ist eine hohe Nährstoffbelastung – vor allem durch Nitrat.

Mit der Studie will die Umweltschutzorganisation die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie in den Bundesländern vergleichen. Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichten sich damit, bis 2027 alle Gewässer in einen guten ökologischen sowie chemischen Zustand zu bringen.

Kein Bundesland erfüllt Vorgaben

Das bedeutet, dass zum Beispiel die Belastung durch gefährliche Substanzen wie Nitrat oder Quecksilber reduziert werden soll. Der WWF sieht in keinem Bundesland die Richtlinie als erfüllt an.

Thüringen liegt in der Gesamtwertung im Mittelfeld, Sachsen-Anhalt zählt wie Sachsen mit dem vorletzten Platz zu den Schlusslichtern. Besonders gut schneidet die Wasserqualität laut Studie in Bayern ab.

Von Josephine Heinze (mit dpa)

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