Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Mitteldeutschland Weiße Flecken auf der Landkarte - die FDP verschwindet aus dem Osten
Region Mitteldeutschland Weiße Flecken auf der Landkarte - die FDP verschwindet aus dem Osten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:30 14.09.2014
Christian Lindner: «Die Zeit der Trauerarbeit ist zu Ende.» Quelle: Maurizio Gambarini
Anzeige
Berlin

Aber laut Hochrechnungen 2,4 Prozent in Thüringen, 1,4 Prozent in Brandenburg? Das tut richtig weh. 

In Brandenburg begann ein grotesker Wahlkampf mit dem Slogan „Keine Sau braucht die FDP“ und gipfelte in dem Plakat-Spruch „Bieber abschießen“ - jetzt schossen die Wähler die Partei ab. Ein Jahr nach dem Rauswurf aus dem Bundestag scheint die FDP unaufhaltsam auf dem Weg zur Splitterpartei. Sie ist im Osten jetzt aus allen Landtagen verschwunden, bundesweit ist sie nur noch in 6 von 16 Parlamenten vertreten. Keinen einzigen Minister mehr hat sie im Politik-Schaufenster.  Die Schock-Ergebnisse sind 15 Minuten alt, da kommt Christian Lindner auf die Bühne. Der Bundesvorsitzende beugt das Haupt vor den Niederlagen, den Kopf verliert er nicht: „Die Durststrecke für die Freien Demokraten ist noch nicht zu Ende.“

In Brandenburg und vor zwei Wochen in Sachsen hatten die Landesverbände auf Lindners Unterstützung gepfiffen - so befreit der Untergang den Vorsitzenden immerhin ein Stück weit von lästigen Kritikern. Dann wählt Lindner, befreit von der Zwangsjacke der drei Ost-Wahlen, endlich Worte, auf die viele gewartet haben - nicht mehr dieses zögerliche Auf-Sicht-Fahren. Was sei das für eine politische Landschaft, wo sich die AfD, die in Thüringen und Brandenburg neue Triumphe feiert, als diffuse Protestpartei formiere? Union, SPD und Grüne wollten mehr Staat, alles auf Pump: „Wir wollen, dass es auch weiter eine andere politische Farbe gibt.“ Tapfer versucht Lindner, gegen den Eindruck anzureden, die FDP sei schon klinisch tot. Die Lage in den 90er-Jahren sei ähnlich dramatisch gewesen. „Damals wurde unterschätzt, wie viel Kraft in unserer Idee steckt, wenn wir sie konsequent vertreten“, glaubt der 35-Jährige. 

Die FDP kämpfe für bürgerliche Tugenden: „Deshalb haben wir den Mut weiterzumachen.“ Einer der letzten Strohhalme, an die sich Lindner klammert, ist Hamburg. Die traditionell liberal gesinnte hanseatische Bürgerschaft soll im Februar 2015 Gelb wählen und die Trendwende bringen. Aber auch dort läuft einiges schief. Die Hamburger FDP-Chefin trat aus, will eine neue Partei mitgründen. Wie lange hält Lindner in diesem Laden durch? Er lacht: „Wir sehen uns 2017 wieder.“

Tim Braune, dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Jubel bei den einen, betretene Gesichter bei den anderen - eigentlich ein klassischer Wahlabend. Und doch war am Sonntag einiges anders in Potsdam. So gibt es in Zukunft keine FDP mehr im Landtag und die europakritische AfD zieht triumphal mit mehr als zehn Prozent ins Parlament ein.

14.09.2014

Bei der Landtagswahl in Thüringen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um einen möglichen Regierungswechsel ab. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht muss um ihr Amt bangen: die CDU kommt nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 33,5 Prozent der Stimmen (2009: 31,2 Prozent).

14.09.2014

In Sachsen sind zwei Wochen nach Beginn des Schuljahres noch mindestens 25 Stellen von Schulleitern nicht besetzt. Der Sprecher des Kultusministeriums, Dirk Reelfs, verwies in Dresden aber darauf, dass die Zahl der unbesetzten Chefstellen in den rund 1350 öffentlichen Schulen Sachsens damit stark zurückgegangen ist.

13.09.2014
Anzeige