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Mitteldeutschland Weniger Abfälle zum Füllen von Bergbaugruben - Leipziger Tagebauseen nicht gefährdet
Region Mitteldeutschland Weniger Abfälle zum Füllen von Bergbaugruben - Leipziger Tagebauseen nicht gefährdet
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19:21 28.04.2014
Abfallberge sollen Tagebaurestlöcher stopfen (Symbolbild). Quelle: dpa

Sieben Millionen Tonnen Abfall wurden 2012 bei der bergbaulichen Rekultivierung eingesetzt. Das sind gegenüber 2011 rund 13 Prozent - etwa eine Million Tonnen - weniger.

Mit 4,9 Millionen Tonnen wurden zumeist Bau- und Abbruchabfälle eingesetzt. Davon waren 3,4 Millionen Tonnen Boden und Steine, 800 000 Millionen Tonnen Ziegel und Beton sowie 600 000 Tonnen Gemische aus Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik. Anorganische Abfälle aus thermischen Prozessen waren mit 1,9 Millionen Tonnen zweitgrößte Abfallart. Susanne Stoll vom Statistischen Landesamt bestätigte, dass auch einst gefährliche Stoffe wie Schlacken und Aschen darunter seien. Die würden thermisch so vorbehandelt, dass der Schadstoffgehalt unbedenklich werde. In eine Grube seien Abfälle aus Kraftwerken und Verbrennungsanlagen eingebracht worden.

Im Zusammenhang mit der Sanierung des Tagebaus Espenhain, auf dessen Fläche der Markkleeberger und der Störmthaler See angelegt wurden, gab es Vermutungen, es würden gefährliche Abfälle verwendet. Bergbausanierer LMBV erklärte der LVZ, dass in ihrem Auftrag keine gefährlichen Stoffe eingebaut würden. Stattdessen seien von 1998 bis 2013 etwa 555 500 Tonnen Boden mit gefährlichen Stoffen abgetragen und entsorgt worden, darunter Bauschutt, Altholzschwellen und kontaminiertes Abbruchholz.

Laut Landratsamt Leipzig erfolgte ein Verbot von Füllstoffen wie Dämmmaterial und Gipsabfällen nicht wegen der Schadstoffe, sondern wegen physikalischer Eigenschaften der Materialien. Im übrigen würden regelmäßig Bodenproben genommen, die die Einhaltung der Grenzwerte kontrollierten. Dabei habe es keine Überschreitungen gegeben. Eine Gefahr für Grund- und Seewasser bestehe nicht.

In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Landtag teilte die Staatsregierung mit, dass zur Sanierung des Tagebaus Espenhain auch Asche, Schlacke, Kesselstaub, Gleisschotter, Bitumengemische und Baggergut verwendet worden seien. Alle Abfallarten fielen aber in die Kategorie "nichtgefährlich". Zudem würden regelmäßig Kontrollen durchgeführt. Diese ergaben laut Wirtschaftsministerium keine gravierenden Mängel. Im Einzelfall wurden aber "unpräzise Herkunftsnachweise im Begleitscheinverfahren" beanstandet und soweit möglich behoben. Des Weiteren wurden ebenso in Einzelfällen "unzulässige Beimengungen überwiegend bei Bauschutt festgestellt und deren Beseitigung angeordnet".

Gisela Kallenbach, Landtagsabgeordnete der Grünen-Fraktion, mahnt zu besonderer Vorsicht bei der Auswahl des Füllmaterials. "Manche Abfallarten, die heute unbedenklich sind, können morgen bedenklich sein, wenn es neue Erkenntnisse gibt", sagte sie. Deshalb müsse gut beprobt werden. Kallenbach: "Sollte sich eines Tages herausstellen, dass der heutige Einbau von Abfällen doch Folgen hat, ist es zu spät."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.04.2014

Andreas Friedrich

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