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News Weniger Flüchtlinge kehren freiwillig aus Sachsen in ihre Heimatländer zurück

Innenministerium Weniger Flüchtlinge kehren freiwillig aus Sachsen in ihre Heimatländer zurück

In die Heimat zurückkehren, aus der man zuvor geflohen ist? 2017 taten das in Sachsen bisher viel weniger Menschen als noch im Vorjahr. Flüchtlingsorganisationen sehen die Beratung zur freiwilligen Rückkehr kritisch.

Auch in Erstaufnahmeeinrichtungen, hier in Chemnitz, werden Flüchtlinge schon zur freiwilligen Rückkehr beraten.

Quelle: dpa

Dresden - . Deutlich weniger Flüchtlinge und Asylbewerber sind in den ersten fünf Monaten des Jahres freiwillig von Sachsen aus in ihre Heimat zurückgekehrt als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben des sächsischen Innenministeriums waren es von Januar bis Mai dieses Jahres knapp 600 Menschen. Im gleichen Zeitraum 2016 waren es noch 927.

Besonders in den Westbalkan kehrten weniger Menschen zurück, wie ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Von dort kämen aber auch weniger Menschen in Deutschland an. Warum die Rückkehrerzahlen insgesamt sänken, sei nicht abschließend geklärt. Das Phänomen sei bundesweit und auch in anderen europäischen Staaten zu beobachten.

Viele Rückkehrer aus Albanien

Die meisten Rückkehrer in Sachsen stammten in diesem Jahr aus Albanien (122 Personen), gefolgt von serbischen (84) und irakischen Staatsangehörigen (72). Statistisch werde nicht erfasst, wie viele von ihnen vor ihrer Ausreise eine Rückkehrberatung in Anspruch genommen haben, sagte der Sprecher.

In Sachsen gibt es in Erstaufnahmesteeinrichtungen mobile Beratungsstellen. Das Deutsche Rote Kreuz (Kreisverband Chemnitzer Umland) fährt seit diesem Jahr solche Unterkünfte an und wendet sich dort an Flüchtlinge mit schlechter Bleibeperspektive oder abgelehnten Asylanträgen. Daneben übernehmen auf Landkreisebene die unteren Ausländerbehörden und Wohlfahrtsverbände die Informationsgespräche.

Kritik an Beratungspraxis

Caritas und Flüchtlingsorganisationen übten Kritik an den Rückkehrberatungen. Lena Prodöhl von der Caritas in Leipzig bemängelte, teils würden Menschen gleich in den Ankunftszentren darüber informiert, wie sie Deutschland wieder verlassen könnten. Das schade der Integration. Prodöhl berät bei der Caritas selbst zur freiwilligen Rückkehr. Ihr Angebot werde aber von Menschen besucht, die von sich aus ausreisen wollten, betonte sie. Flüchtlinge würden nicht ungefragt angesprochen.

Auch Thomas Hoffmann, Sprecher des Sächsischen Flüchtlingsrats, sprach sich gegen zu frühe Rückkehrberatungen aus. Solche Gespräche sollten erst dann geführt werden, wenn die Asylbewerber wirklich alle aufenthaltsrechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft hätten, sagte er. Oftmals wüssten sie zum Beispiel nicht, dass sie gegen ihren negativen Bescheid noch juristisch vorgehen könnten.

Fokus auf Asylverfahren legen

Der Fokus müsse ganz klar auf der Beratung zu Rechten und Pflichten im Asylverfahren liegen, sagte Thomas Neumann, Sprecher des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen. Erst bei sehr schlechten Chancen auf Asyl biete sich eine Rückkehrberatung an.

Bund und Länder zahlen Asylbewerbern Geld, wenn sie einer Abschiebung zuvorkommen und freiwillig in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Verschiedene Programme sehen die Übernahme der Reisekosten, die Zahlung einer Reisebeihilfe oder einer Starthilfe vor. Das recht neue Programm StarthilfePlus verspricht höhere Zahlungen, wenn sich ein Flüchtling schon vor dem Asylentscheid zur Rückkehr in die Heimat verpflichtet. Es ist seit Februar in Kraft.

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